Update: So schreiben Sie Bewerbungen die Sie ins Vorstellungsgespräch bringen (Präsentation).
Vorstellungsgespräch Warum Ich

Womit können Sie überzeugen?

Ein Vorstellungsgespräch hat zwei Aufgaben: Erstens lernen Sie so das Unternehmen kennen, in dem Sie gerne arbeiten möchten. Zweitens muss der Personaler in der Regel aus mehreren Kandidaten auswählen, was die Situation des Vorstellungsgespräches für viele Bewerber häufig herausfordernd macht. Denn um dieses Ziel zu erreichen, werden jedem Kandidaten Fragen gestellt, die es teilweise ganz schön in sich haben können. Im Vorstellungsgespräch ist „Warum Ich“ meist die Frage, bei der die Gefahr am höchsten ist, dass Sie ins Stocken kommen. Was hier die richtige Antwort ist, bereitet vielen Bewerbern Kopfzerbrechen.

In der Tat handelt es sich bei dieser Frage aber nicht um eine besonders fiese Taktik, die Ihnen das Selbstvertrauen rauben soll, sondern um ein wichtiges psychologisches Instrument, mit dem der Personaler Ihre Persönlichkeit besser einordnen kann. Es geht in diesem Punkt zwar auch darum, was Sie antworten, das Wie spielt aber eine mindestens genauso große Rolle. Die gute Nachricht an dieser Stelle lautet: Geschickt und überzeugend zu antworten kann jeder lernen!

Dazu müssen Sie allerdings erst einmal erfahren, was Personaler mit dieser Frage eigentlich bezwecken wollen. Durch zehn Musterantworten bekommen Sie außerdem eine Idee davon, wie Ihre persönliche Antwort auf diese knifflige Frage aussehen könnte. Wenn Sie dann noch die vier häufigsten Fehler vermeiden, haben Sie die besten Chancen für ein in jeder Hinsicht erfolgreiches Bewerbungsgespräch.

 

Kritische Fragen im Vorstellungsgespräch: Was steckt dahinter?

Wenn in einem Unternehmen eine Position frei wird, machen sich die Abteilungsleiter und Personaler vor der Ausschreibung Gedanken darüber, welche Qualifikationen ein idealer Bewerber mitbringen sollte. Im Regelfall erfüllen mehrere Bewerber die Anforderungen, die sich für die Stelle qualifizieren. Aus diesem Grund geht der Bewerbungsprozess in die zweite Runde, es werden Vorstellungsgespräche geführt.

Die Personaler stehen nun vor einer schwierigen Aufgabe, denn sie müssen aus mehreren guten Kandidaten nach einem kurzen Gespräch die Bestbesetzung wählen. Vergleicht man diese Situation mit einem normalen Gespräch, dann wissen Sie wie schwer es ist, Personen nach einem Erstkontakt treffend einzuschätzen.

Genau aus diesem Grund müssen Personaler über Instrumente verfügen, die Ihnen helfen, die einzelnen Kandidaten gut einzuschätzen. Eine Möglichkeit sind die gezielten Fragen, auch wenn sie damit die Bewerber etwas in die Ecke drängen. Die Frage „Warum Ich“ ist also keine Schikane, im Gegenteil: Ihre Antwort verrät einiges über Ihre Persönlichkeit, Arbeitsweise, analytischen Fähigkeiten und auch die Schlagfertigkeit. Das sind alles Eigenschaften, die über den Erfolg an ihrem neuen Arbeitsplatz entscheiden.

„Warum Ich“ im Vorstellungsgespräch: So überzeugen Sie!

Sie wissen jetzt, dass genau die Frage „Warum ich“ eine große Chance für Sie ist. Mit einer schlagfertigen und überzeugenden Antwort legen Sie alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bewerbungsprozess. In der Situation des Vorstellungsgespräches kann es aber bei aller Nervosität manchmal gar nicht so einfach sein, klar zu denken.

Daher ist es gut, wenn Sie sich schon in der Vorbereitung mit dieser Frage auseinandersetzen, die in neun von zehn Bewerbungsgesprächen gestellt wird. Dabei können Ihnen die zehn folgenden Musterantworten helfen. Überlegen Sie, welche der Antworten am besten zu Ihrer Persönlichkeit und Strategie passt.

 

#1 Die selbstbewusste und arbeitsfokussierte Antwort

Bei meinen Recherchen zu diesem Unternehmen habe ich festgestellt, dass der Prozess ____ durch die Faktoren ___ optimiert werden kann, was den neuesten Erkenntnissen im Fachbereich ____ entspricht. Dadurch verbessern Sie Ihren Marktanteil und machen mehr Kunden auf sich aufmerksam, was Einsparungen im Marketing bedeuten könnte.

Mit dieser Antwort stellen Sie nicht sich, sondern den Unternehmenserfolg in den Mittelpunkt. Allerdings benötigen Sie für diese Vorgehensweise ein hohes Selbstbewusstsein, da Sie indirekt die Funktionsweise des Unternehmens in Frage stellen. Gleichzeitig präsentieren Sie sich aber als Problemlöser, was immer einen guten Eindruck hinterlässt. Bei einer entspannten Gesprächsatmosphäre ist diese Antwort eine gute Wahl.

 

#2 Der Macher: Ziele und Visionen für das Unternehmen

Ich habe mir die Aufgabenbeschreibung in Verbindung mit Ihrem Unternehmen genau angeguckt und bereits Ideen entwickelt, wie sich _____ umsetzen lässt. Besonders durch eine ____ und _____ ließe sich der Umsatz enorm steigern und gleichzeitig gewinnen Sie ein breiteres Netz an Kontakten.

Diese Antwort ist durchweg positiv und lässt durchblicken, dass Sie sich intensiv mit der Stellenbeschreibung auseinandergesetzt haben. Idealerweise verfügen Sie bei dieser Antwort auch über das Fachwissen, Ihre Ideen bei Nachfragen solide untermauern zu können. Sie können auch im Anschluss nachfragen, ob die Stelle tatsächlich eine Realisierung dieser Ideen ermöglichen würde.

 

#3 Erfahrung: Der Vorteil für jedes Unternehmen

Durch meine ____ jährige Tätigkeit im verwandten Fachgebiet ____ habe ich die Herausforderungen, denen auch Ihr Unternehmen begegnet, schon aus mehreren Perspektiven betrachtet. Ich kann daher den Mehrwert in die Firma einbringen, zu wissen, was funktioniert und auch, was nicht funktioniert. Das erspart Umwege und dadurch hohe Kosten.

Mit dieser Antwort erfinden Sie das Rad nicht neu, bieten dem Unternehmen aber genau das, was gesucht wird: Einen fähigen Mitarbeiter, der kein Risiko bedeutet. Gerade wenn Sie sich um eine Führungsposition bewerben, ist ein Verweis auf Ihre langjährige Erfahrung besonders vorteilhaft.

 

#4 Warum Ich? Wissen und Ausbildung in den Mittelpunkt!

Für die Position als ____ benötigen Sie eine Fachkraft, die besonders in den Bereichen ____ und ____ fundiertes Wissen mitbringt und gleichzeitig die betriebsinternen Prozesse im Blick hat. Genau das habe ich sowohl im Bachelor gelernt, als auch im Master und durch verschiedene Praktika vertieft. Im Bereich ____ bin ich durch meine wissenschaftlichen Arbeiten Experte und kann Ihr Unternehmen gewinnbringend unterstützen und fachkompetent beraten.

Mit dieser Antwort setzen Sie den Fokus komplett auf Ihre Ausbildung oder Ihr Studium. Das ist sinnvoll, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben, die viel Fachkompetenz erfordert. Auch, wenn Sie frisch aus dem Studium kommen, sind Sie mit dieser Antwort bestens beraten. Allerdings sollten Sie bei fachlichen Nachfragen hier tatsächlich fit sein. Sonst schießen Sie sich selbst ins Aus.

 

#5 Vergleichbare Arbeitserfahrung: Ihr Trumpf für das Vorstellungsgespräch

Beim Lesen der Stellenanzeige ist mir aufgefallen, dass die Beschreibung der einzelnen Aufgaben sehr stark meinen Aufgaben im Unternehmen ____ ähneln. Ich habe diesen Fachbereich nach ____ Jahren Arbeitszeit übernommen und kenne mich daher fachlich bestens aus. Mit mir gewinnen Sie daher einen Mitarbeiter, der weiß was auf ihn zukommt und Sie ohne lange Einarbeitungszeit effektiv unterstützen kann.

Diese Antwort begeistert jeden Personaler, wenn es sich um eine Stelle mit Aufgaben handelt, die keine große Innovation oder Risiken mit sich bringen. Hierfür werden Mitarbeiter gesucht, die schnell zupacken können, wenn Sie das vermitteln, liegen Sie damit hier goldrichtig!

 

#6 Der Trendsetter: Unternehmen profitieren vom Zeitgeist!

Was mich von anderen Kandidaten unterscheidet, ist meine Faszination für neue Entwicklungen im Fachbereich ____. Schon in meiner vorherigen Anstellung konnte ich dadurch immer neue Anregungen und Ideen einbringen, was zum Beispiel auch die Einführung des ____ zeigt, welche ich meinem Arbeitgeber vorgeschlagen habe. Durch meine Angewohnheit, morgens als Erstes die aktuellen Neuigkeiten zu überfliegen, verschaffe ich jedem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil.

Diese Antwort ist ausgefallen, aber genau darum geht es bei der Frage „Warum Ich“. Personaler wollen einen Mitarbeiter, der frischen Wind in eine Position bringt, was Sie mit dieser Antwort definitiv zum Ausdruck bringen. Bereiten Sie sich auch darauf vor, eventuell aus dem Stegreif nach Ideen gefragt zu werden!

 

#7 Lernen hört nie auf: Ihr Vorteil als wissbegieriger Kandidat

Mit mir gewinnen Sie einen Mitarbeiter, der sich neuen Herausforderungen stellt, auch wenn mir einmal das Fachwissen dazu fehlen sollte. Ich habe mir das autodidaktische Lernen angeeignet und versuche auch stets, mich weiterzubilden. Mein Mehrwert für Ihr Unternehmen wird also wachsen, statt zu sinken.

Diese Antwort ist durchaus selbstbewusst, aber auch fundiert. Was an dieser Frage ein großer Vorteil ist: Sie können durch schwierige Fragen nicht aus der Ruhe gebracht werden. Schließlich haben Sie ja bereits zugegeben, nicht alles zu wissen.

 

#8 Bezug zur Firma: Das funktioniert immer!

Mir war es immer schon sehr wichtig, meine Arbeit mit einem Sinn zu verbinden, um die bestmögliche Leistung erzielen zu können. Bei der Recherche Ihres Unternehmens ist mir aufgefallen, dass Ihre Firmenphilosophie sich mit meinen eigenen Vorstellungen deckt. Deshalb gewinnen Sie mit mir nicht nur einen fachlich kompetenten Mitarbeiter, sondern auch einen Überzeugten.

Diese Antwort bringt das Gespräch auf eine emotionale Ebene, was nicht immer, aber in einzelnen Fällen sehr erfolgsversprechend ist. Gerade bei gemeinnützigen Organisationen oder karitativen Einrichtungen haben Sie damit gute Karten.

 

#9 Frage zurückgeben: Eine riskante, aber erfolgreiche Option!

Diese Frage ist wirklich interessant und ich habe sie genau abgewogen, bevor ich mich beworben habe. Allerdings würde ich an diesem Punkt auch gerne Ihnen eine Frage stellen: Warum sollte ich mich für Ihr Unternehmen entscheiden?

Diese Antwort hat es in sich und kann schnell falsch verstanden werden. Daher sollten Sie sie immer mit einer vorangehenden Argumentation für Ihren Mehrwert verbinden. Wenn Ihnen das gelingt, Sie positiv und sympathisch bleiben, können Sie nur gewinnen!

 

#10 Spontanität – eine Möglichkeit für Selbstbewusste

Falls Sie zu den Menschen gehören, die auch unter Druck entspannt bleiben, kann es eine gute Idee sein, diese Frage auf sich zukommen zu lassen und aus der Situation heraus zu entscheiden. Vielleicht liefert Ihnen das Gespräch noch ein entscheidendes Argument? Am besten legen Sie sich eine Musterantwort zurecht und entscheiden spontan, wie Sie agieren.

 

Warum Ich? 4 entscheidende Fehler

Egal, ob Sie eine der zehn Musterantworten verwenden, oder ob Sie eine ganz individuelle Antwort formulieren: Es gibt auf diese Frage Vorgehensweisen und Reaktionen, die immer schlecht ankommen. Auch wenn Sie es gut meinen, bedeutet das nicht direkt, dass das beim Personaler auch so ankommt. Vermeiden Sie daher die vier folgenden Fehler:

  1. Eine lange Selbstpräsentation. Das ganze Vorstellungsgespräch dient dazu, Sie kennenzulernen. Diese Frage dagegen erfordert eine klare und knappe Antwort, die dem Personaler neue Informationen gibt.
  2. Eine Flut an Gründen. Nennen sie maximal drei bis vier Gründe, warum genau Sie die geeignete Person für diese Stelle sind.
  3. Argumentation aus der Ich-Perspektive. Versuchen Sie, Ihre Antwort aus Unternehmenssicht zu formulieren.
  4. Fokus auf eigene Stärken. Sie haben diese Stärken bereits in der Bewerbung genannt. Nun geht es darum, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden.

 

Wenn Sie diese vier Fehler vermeiden und sich gründlich mit der Frage auseinandersetzen, dann kann bei der Beantwortung nichts mehr schief gehen. Letztlich bleibt die Entscheidung über die passende Antwort bei Ihnen.

Ihr Vorstellungsgespräch, Ihre überzeugenden Antworten!

Die Frage, warum genau Sie eingestellt werden sollen, ist in der Tat kniffelig. Nun wissen Sie aber, was eigentlich dahintersteckt und mit welchen Strategien Sie auf ganzer Linie punkten können.

Nutzen Sie die Chance und passen Sie eine der zehn Musterantworten auf Ihre individuelle Bewerbung an. Wenn Sie zudem noch darauf achten, keinen der vier Fehler zu machen, sind Sie auf dem besten Weg zu einem Erfolgsgespräch!

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