Update: So schreiben Sie Bewerbungen die Sie ins Vorstellungsgespräch bringen (Präsentation).
Vorstellungsgespräch Präsentation

Wie überzeugen Sie die Gesprächsteilnehmer?

Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch ist im ersten Moment immer ein Grund zur Freude. Spätestens ein paar Tage vor dem Termin stellt sich neben der Vorfreude aber auch Nervosität ein. Schließlich wissen Sie als Bewerber selten, was genau Sie im Unternehmen erwartet. Manche Personaler wählen ganz klassisch das Bewerbungsgespräch unter zwei Augen, während Sie in anderen Firmen direkt vom Geschäftsführer, dem Abteilungsleiter und dem Personaler unter die Lupe genommen werden. In manchen Fällen ist es sogar möglich, dass von Ihnen eine Präsentation verlangt wird. Sei es über Ihren beruflichen Hintergrund oder über Strategien für die anvisierte Position: Im Vorstellungsgespräch eine Präsentation zu halten, ist sehr herausfordernd.

Schon eine Präsentation allein reicht, um viele Kandidaten nervös werden zu lassen. In Verbindung mit einem Vorstellungsgespräch entsteht aber eine Doppelbelastung durch die akute Prüfungssituation für den Bewerber. Allerdings können Sie auch diesen Meilenstein meistern, ohne die berühmte Gabe des Sprechens zu besitzen. Fakt ist, dass es bei Präsentationen zwar auch um die präsentierende Person geht, trotzdem aber Tipps und Tricks verwendet werden können, die jeden Zuschauer in ihren Bann ziehen.

Wie also gehen Sie diese Herausforderung an? Üben Sie zu Hause vor dem Spiegel für Ihre Bewerbung oder lassen die Situation ganz entspannt auf sich zukommen? Beide Entscheidungen sind typabhängig, in jedem Fall kann es aber nicht schaden, wenn Sie generelle Tipps zu Präsentationen beherzigen. Auch bei einem gesunden Selbstbewusstsein kann es passieren, dass im entscheidenden Moment die nötige Überzeugungskraft fehlt. Mit den folgenden Tipps sorgen Sie nicht nur dafür, dass Ihnen das nicht passiert, sondern haben auch immer eine Sicherheitsstrategie für Ihre Selbstpräsentation. Damit kann nichts schiefgehen!

 

#1 Vorstellungsgespräch Präsentation: Der Einstieg entscheidet!

Erinnern Sie sich an eine Präsentation, die Ihnen besonders gut gefallen hat. Was ist bei Ihnen hängen geblieben? Statistiken belegen, dass Teilnehmer sich besonders gut erinnern, wenn eine eigenständige Denkleistung gefordert wird.

Genau das ist Ihre Chance, um die Gruppe direkt von Beginn an mitzunehmen und in das Thema einzuführen. Sie haben dazu verschiedene Möglichkeiten – wichtig ist nur, dass jeder Hörer beginnt, sich aktiv mit dem Inhalt auseinanderzusetzen und Fragen zu entwickeln, die Sie in der Präsentation beantworten. Als Beispiel für einen solchen gelungenen Einstieg können Sie aus den folgenden drei Möglichkeiten wählen:

  • Darstellung einer Statistik. Wenn Sie sich beispielsweise auf eine Stelle in der Personalabteilung bewerben, können Sie eine Statistik wählen, die auf die Mitarbeiter eines Unternehmens abzielt. So gewinnen Sie direkt das Interesse der Zuhörer und erzeugen einen Aha-Effekt.
  • Nennen einer relevanten Problemstellung. Dabei geht es nicht darum, Schwachstellen zu finden und zu kritisieren, sondern allgemeine Fragen aufzuwerfen und Lösungen zu präsentieren. Sie werden dadurch nicht nur als Fachkraft wahrgenommen, sondern auch als Mehrwert für das Unternehmen.
  • Umfrage unter den Zuhörern. Diese Methode ist immer eine gute Idee, um Meinungen der Zuhörer zu einem bestimmten Thema einzuholen und dadurch ihr Interesse zu wecken. Gehen Sie auf die Antworten ein und greifen Sie sie nach Möglichkeit später im Vortrag erneut auf.

 

#2 Bezug zur Realität: Damit begeistern Sie jeden!

Eine Selbstpräsentation hat es grundsätzlich an sich, theoretisch über eine Thematik zu berichten. Im Vorstellungsgespräch geht es aber besonders darum, einschätzen zu können, wie Sie sich im praktischen Arbeitsumfeld zurechtfinden.

Aus diesem Grund muss in einer Präsentation während eines Vorstellungsgespräches verstärkt Wert auf den Praxisbezug gelegt werden. Verzichten Sie auf lange Gedankenketten und theoretische Abhandlungen. Bauen Sie stattdessen Anekdoten aus Ihrem beruflichen und persönlichen Hintergrund sowie Lebenslauf ein.

Durch dieses lebensnahe Vorgehen können sich die Zuhörer mit Ihnen identifizieren, behalten das Gesagte im Kopf und schweifen nicht mit den Gedanken ab. Falls die Situation es zulässt, darf die Anekdote auch mit einer Prise Humor versehen sein. Achten Sie dabei allerdings darauf, niemanden lächerlich zu machen, sondern immer positiv und fair zu bleiben. Gerade verflossene Arbeitgeber sollten im Vorstellungsgespräch, wenn möglich, nur lobend erwähnt werden.

 

#3 Ungewöhnliche Methoden: Trauen Sie sich!

Die meisten Kandidaten denken beim Schlagwort Präsentation direkt an PowerPoint. Diese Software ist in der Tat perfekt geeignet, um ein Thema darzustellen. Aber häufig nutzen Zuschauer diese Möglichkeit, um kurz abszuschalten.

Außerdem – und das sollten Sie immer im Hinterkopf haben – ist eine Selbstpräsentation während eines Vorstellungsgespräches keine normale Präsentation. Es geht in erster Linie nicht um die Inhalte, sondern um Ihre Person, Ihre Fähigkeiten und Ihre Bewerbung. Wie kann es Ihnen also nützen, alle Aufmerksamkeit auf die Folien und von sich selbst wegzulenken?

Besser geeignet sind daher Flipcharts, auf denen Sie interaktiv Themen darstellen und anpassen können. Durch Ihre persönliche Handschrift und Designwahl gestalten Sie den ganzen Prozess viel individueller. Sie können sich aber auch trauen, auf alle Hilfsmittel zu verzichten und das in den Mittelpunkt zu stellen, auf das es ankommt: Ihre Person!

 

#4 Man hört Sie nicht nur, man sieht Sie auch: Körpersprache ist alles!

Wissenschaftler predigen es seit jeher und kaum jemand kann es sich wirklich vorstellen: Ein Großteil des Gesagten wird nicht über den Ton, sondern über Ihre Körpersprache interpretiert. Das liegt schlicht und ergreifend am visuellen Fokus von Menschen.

Umso wichtiger ist es, dass Sie diese Chance nutzen! Allerdings sind die Standardtipps wie „Schultern zurück und lächeln“ überholt. Ein positives Auftreten wird nicht durch eine starre Körperhaltung und ein künstliches Lächeln erreicht.

Besser ist es, so natürlich wie möglich aufzutreten, auch wenn das nachgewiesenermaßen am schwersten ist. Folgende Expertentipps können Ihnen dabei helfen:

  • Powerposing. Klingt seltsam, funktioniert aber tatsächlich. Nehmen Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch kurz Zeit, gehen Sie auf die Toilette oder in einen einsamen Raum und nehmen Sie eine Siegerposition ein: Hände über den Kopf, breitbeinig und ein breites Lächeln ins Gesicht. Halten Sie das eine Minute lang und wundern Sie sich, wie gut das wirkt. Kleiner Tipp: Machen Sie das wirklich nur, wenn Sie allein sind!
  • Positive Annahme. Die meisten Bewerber versuchen, Sympathie zu erzeugen. Ihre Körpersprache zeigt das. Wie wäre es, wenn Sie annehmen, dass jeder im Raum Ihnen wohlgesonnen ist? Das verändert Ihre gesamte Körpersprache.
  • Sport. Es ist immer eine gute Idee, am Tag des Vorstellungsgespräches Sport zu machen. Gerade bei Selbstpräsentationen verhilft Ihnen das zu einer selbstbewussten und entspannten Ausstrahlung.

 

#5 Ihre Stimme, Ihre Chance!

Die wenigsten Bewerber wissen, welche Kraft in der Intonierung bestimmter Inhalte liegt. Gerade bei Nervosität bleibt die Stimme schnell eintönig und in derselben Stimmlage.

Das weckt bei Ihrem Publikum kaum Interesse und Sie verpassen die Chance, auf wichtige Elemente hinzuweisen. Daher: Rufen Sie, flüstern Sie, reden Sie und lachen Sie. Machen Sie genau die Dinge mit Ihrer Stimme, die Sie normalerweise auch machen. Das wirkt immer!

 

#6 Erfolgsfaktor Einfachheit: Keine geschwollene Sprache in der Präsentation!

Um Ihre Zuhörer bei der Stange zu halten, müssen Sie Ihnen ohne große Mühe folgen können. Viele Kandidaten machen den Fehler, durch Fachvokabular beeindrucken zu wollen, das aber in der Realität nicht verwendet wird. Damit hinterlassen Sie zwar einen professionellen, jedoch auch einen unnahbaren Eindruck. Das Ziel Ihrer Präsentation sollte dagegen sein, die Zuschauer abzuholen und menschlich zu begeistern.

Drücken Sie sich daher schlicht und treffend aus. Vermeiden Sie lange Sätze und versuchen Sie, einem deutlich erkennbaren roten Faden zu folgen. Verliert ein Zuschauer einmal diesen Faden, ist es schwer, das Interesse wiederzubekommen.

 

#7 Suchen Sie sich Fixpunkte im Publikum

Im Vorstellungsgespräch wird selten direkt mit der Präsentation gestartet. In den meisten Fällen werden Ihnen in einer Runde erst Fragen gestellt, wonach Sie mit der eigentlichen Prozedur beginnen können. Beobachten Sie während des Gespräches Ihre Teilnehmer und suchen Sie sich zwei bis drei Personen heraus, die Ihnen als Fixpunkte helfen.

Das können besonders positive Gesprächspartner sein, um Ihnen Nervosität zu nehmen, oder auch lethargische Teilnehmer, die Sie mit Blickkontakt am Ball halten. Natürlich sollten Sie alle Teilnehmer ansehen, während Sie präsentieren, manche dabei aber öfter als andere. Also, trauen Sie sich, verlieren können Sie dabei nichts!

Mit diesen sieben Tipps haben Sie die besten Voraussetzungen dafür, dass Ihnen während der Präsentation niemand einschläft. Außerdem nutzen Sie so optimal die Chance, sich als selbstbewusst, kompetent und sympathisch darzustellen.

Allerdings gibt es nicht nur Dinge, die Sie während der Präsentation beachten müssen. Auch in der Vorbereitung können Sie schon einiges dafür tun, Ihren Vortrag so interessant und eindrucksvoll wie möglich zu gestalten. Mit den drei letzten Tipps geht Ihnen diese Aufgabe spielend leicht von der Hand.

 

#8 Bereiten Sie sich auf kritische Fragen vor

Kritische Fragen sind kein Zeichen für einen schlechten Vortrag, sondern für einen guten! Sie merken daran, dass Ihr Publikum sich mit der Thematik auseinandersetzt. Das ist genau das, was Sie erreichen wollen!

Überlegen Sie daher im Vorfeld, welche Fragen gestellt werden könnten, und bereiten Sie Antworten vor.

 

#9 Üben Sie die Präsentation vor Publikum

Das beste und ehrlichste Publikum ist immer noch die eigene Familie oder enge Freunde. Außerdem ist es ein hervorragender Indikator, wenn Ihre Familie die Thematik versteht. Da Inhalte so erklärt werden sollten, dass auch Laien Sie verstehen, haben Sie damit die besten Karten.

Außerdem gehen Sie mit Übung entspannter in die Präsentation und erinnern sich in entscheidenden Momenten leichter an wichtige Details.

 

#10 Gehen Sie Ihre Aussagen mit den Augen eines Laien durch

Im Punkt sechs konnten Sie sich über den Erfolgsfaktor Einfachheit informieren. Dieser Punkt bedarf besonderer Vorbereitung. Im Eifer des Gefechts verfällt man sonst zu schnell wieder in die Expertensprache.

Versuchen Sie daher, in sämtlichen Notizen eine gute Mischung aus Einfachheit und Fachbegriffen zu erreichen.

 

Mit diesen zehn Tipps sind Sie bestens vorbereitet für die Präsentation in Ihrem Vorstellungsgespräch. Da es gar nicht so einfach ist, alle Punkte zu beachten, erstellen Sie erst ganz in Ruhe Ihre Präsentation. Danach können Sie die Inhalte wie mit einer Checkliste bearbeiten und beim Üben Ihre Performance verbessern. Viel Erfolg!

Bestehst Du den Einstellungstest? Ab 85% hast Du bestanden...

Starte jetzt den Eignungstest!