Telefoninterview Vorbereitung: Bloß nicht 0815 Standard

Aktualisiert am von Ömer Bekar

Telefoninterview Vorbereitung
Was müssen Sie beachten, bevor Sie zum Hörer greifen?

Kaum ein Job gleicht dem anderen. Genauso unterschiedlich wie die einzelnen Fachbereiche sind auch die Anforderungen, die Sie zu meistern haben. Eines aber haben die meisten Jobs gemeinsam: Zu Beginn müssen Sie einen Einstellungsprozess meistern. Egal, auf welcher Plattform Sie ihren Traumjob gefunden haben: Es warten noch weitere Mitbewerber. Von der Bewerbungsmappe bis zur Jobzusage ist es ein weiter Weg. Gerade bei beliebten Jobs mit hoher Nachfrage versuchen viele Unternehmen den Ansturm zu sortieren, um die persönlichen Interviews etwas einzugrenzen. Eine Methode dafür ist das Telefoninterview. Aber wie sollen Sie es schaffen, alleine per Telefon einen interessanten Eindruck zu machen und sich gegen andere Bewerber abzuheben?

Diese Aufgabe ist gar nicht so einfach. Beim persönlichen Bewerbungsgespräch haben Sie die Möglichkeit durch ein positives Auftreten und gekonnte Rhetorik von sich zu Überzeugen. Alle diese Tricks fallen weg, wenn das Gespräch über ein Medium wie das Telefon, Handy oder Skype ausgeführt wird. Die gute Nachricht lautet: Es gibt auch Vorteile! Generell ist ein persönliches Gespräch zwar immer dem Telefoninterview vorzuziehen, allerdings haben Sie die Chance, diesen Termin zu Ihren Gunsten effektiv zu nutzen. Wie Ihnen das gelingt, erfahren Sie hier. Der wichtigste Tipp direkt zu Anfang: Individualität ist der Schlüssel zur Persönlichen Einladung.

Aber wie schaffen Sie es, sich von anderen Bewerbern und Standards abzuheben? Gibt es auch Risiken, die Sie dabei beachten müssen? Was für Vorteile hat ein Telefoninterview und wie können Sie das für sich nutzen? Welche Gründe gibt es für Unternehmen eigentlich, um zum Hörer zu greifen? Skype, Handy, Telefon: Welches Medium ist das Geeignetste? Auf alle diese Fragen finden Sie hier Antworten. Außerdem erfahren Sie die 7-Schritte-Strategie, mit der Sie sich perfekt vorbereiten. So vergessen Sie keine wichtigen Details und können entspannt in Ihr Gespräch starten.

Telefoninterview: Das sind die Gründe

Die Einladung zu einem Telefoninterview kann Sie als Bewerber verwirren. Warum lädt Sie der Personaler nicht direkt persönlich in die Firma ein? Ist dieser Termin überhaupt ein gutes Zeichen? In jedem Fall bedeutet ein Telefoninterview Interesse seitens des Personalers. Aus folgenden Gründen kann das Unternehmen sich allerdings für die digitale Variante des Erstkontakts entscheiden:

  • Örtliche Differenzen. Es ist für Arbeitnehmer keine Seltenheit mehr, für Ihren Arbeitsort in ein anderes Bundesland oder sogar ein gänzlich anderes Land zu ziehen. Für ein einzelnes Vorstellungsgespräch dagegen lohnt sich die weite Reise kaum, schließlich wissen Sie ja nicht, ob es wirklich passt. Dafür haben viele Arbeitgeber Verständnis und bieten von vornherein einen Erstkontakt über das Telefon an. Sollte sich dann herausstellen, dass Sie gut zueinander passen, müssen Sie sich doch auf die Reise machen.
  • Offene Fragen. Manchmal sind Kandidaten sehr interessant für Personaler, aber bestimmte Kriterien könnten trotzdem zum Ausschluss führen. Damit der Aufwand eines Vorstellungsgespräches nicht umsonst ist, werden diese Fragen vorher geklärt. Hier handelt es sich meistens um ein kurzes, sachliches Gespräch.
  • Viele geeignete Bewerber. Gerade beliebte Firmen erhalten auf Stellenausschreibungen eine hohe Zahl an Bewerbungen. Jeden einzelnen geeigneten Kandidaten einzuladen, kann sehr aufwendig sein. Aus diesem Grund werden die Bewerbungen durch eine Vorauswahl, in diesem Fall ein Telefoninterview, ausgesiebt. Hier geht es vorrangig um die persönliche Ebene, da die Kriterien in der Regel bereits erfüllt sind.

Wie Sie erfahren haben, gibt es gute Gründe für ein Telefoninterview, die nichts mit Ihrer persönlichen Kompetenz zu tun haben. Egal, welcher Grund vorliegt: Es ist der erste Schritt hin zu Ihrem angestrebten Job. Daher gilt es nun, die Vorbereitungszeit so gut wie möglich zu nutzen.

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Vorbereitung Telefoninterview: Nutzen Sie Ihre Vorteile

Das erste Gespräch ist zwar nicht durch ein Persönliches zu ersetzen, allerdings bringt die Möglichkeit eines Telefoninterviews auch Chancen mit sich, an die Sie vielleicht gar nicht gedacht haben. Erfahrene Kandidaten bezeichnen die Option des Telefoninterviews mit anschließendem persönlichen Gespräch nicht zu Unrecht als die bestmöglichste Variante. Die folgenden Gründe zeigen Ihnen, warum:

  • Vertrautes Umfeld. Bei einem persönlichen Gespräch müssen Sie Ihre Komfortzone verlassen und sich auf das Terrain des Unternehmens wagen. Das kann nervös machen und vermittelt zusätzlich mit der Prüfungssituation Druck. Bei einem Telefoninterview sind Sie dagegen an einem Ort Ihrer Wahl und können sich entspannen.
  • Weniger Zeitaufwand. Ein klassisches Vorstellungsgespräch ist mit Anfahrt häufig eine mehrstündige Angelegenheit. Wenn es dann auf Anhieb doch nicht passt, haben Sie viel Zeit verloren. Das kann Ihnen bei einem Telefoninterview nicht passieren.
  • Klarheit von Anfang an. Nicht nur der Arbeitgeber hat wichtige Fragen. Auch Sie haben meist einige Kriterien, die es Ihnen überhaupt erst möglich machen, den Job anzunehmen. Diese können Sie bei einem Telefoninterview direkt abklären und sparen so Zeit, die Sie in ein unpassendes Jobangebot investieren.
  • Eigene Notizen. Im persönlichen Gespräch müssen Sie alle Informationen im Kopf abgespeichert haben. Am Telefon dagegen können Sie wichtige Notizen und auch Informationen zu Ihrem Lebenslauf nutzen, falls sich doch einmal die Nervosität einstellt. Das ist eine wichtige Gedankenstütze.

Diese vier Vorteile zeigen Ihnen nur einen kleinen Teil der positiven Effekte, die ein Telefoninterview mit sich bringt. Nutzen Sie Ihre Chance und spielen Sie die Vorteile aus, indem Sie sich eine ruhige Umgebung suchen, eigene Fragen formulieren und gründlich recherchieren.

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Skype, Handy, Telefon: Wie telefonieren Sie am liebsten?

Das Telefoninterview wird trotz des Namens immer seltener klassisch am Telefon geführt. Manche Haushalte verfügen sogar gar nicht mehr über ein Festnetztelefon, sondern sind gänzlich auf mobile Kommunikationsgeräte umgestiegen. Egal, über welches Medium Sie verfügen: Bei der Wahl gibt es bestimmte Faktoren zu berücksichtigen.

  • Festnetztelefon. Das Gespräch über das Telefon ist die einfachste Variante. Hier gehen Sie zudem auf Nummer sicher: Außer bei einem Stromausfall ist die Verbindung sicher. Achten müssen Sie nur auf einen gut geladenen Akku.
  • Handy. Die mobile Variante des Telefons ist dann sinnvoll, wenn Sie das Telefoninterview nicht zuhause durchführen können oder dort keinen Raum zur Verfügung haben. Mit einem Headset blenden Sie blitzschnell Umgebungsgeräusche aus und können zur Not auch den Ort wechseln. Ein Nachteil ist die Erreichbarkeit. Gerade in ländlichen Gegenden sollten Sie die Verbindung immer vorher testen.
  • Zoom, Skype und Facetime. Immer häufiger werden diese technischen Möglichkeiten gewählt, um dem Gegenüber in das Gesicht blicken zu können. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Sie können an der Mimik Ihres Gesprächspartners viel mehr erkennen, als nur an der Stimme. Allerdings erfordert diese Art der Kommunikation mehr Vorbereitung: Das Outfit und auch der Hintergrund müssen passen.
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Vorbereitung Telefoninterview: 7 Schritte zum Erfolg

Sie wissen nun, dass ein Telefoninterview große Chancen mit sich bringt und Sie wissen auch, welches Medium Sie am besten in welcher Situation einsetzen. Nun gilt es, alle diese Schritte zu konkretisieren, um das Telefoninterview bestmöglich vorzubereiten. Die folgenden sieben Punkte sind dafür die beste Anleitung.

#1 Faktenrecherche: Wissen ist alles!

Ein Telefoninterview ist zwar kein persönliches Gespräch, trotzdem sollte es genau so ernst genommen werden. Daher gehört zu einer guten Vorbereitung auch eine Faktenrecherche. Das bezieht sich nicht nur auf die Stellenanzeige, sondern auch auf das Unternehmen. Diese Informationen verbinden Sie mit Ihrer Erfahrung und Ihren Kompetenzen.

Am besten gelingt dieser Schritt mit einem Mindmap. So können Sie alle Stichpunkte logisch miteinander verbinden und eine Argumentationskette aufbauen. Ihr Gegenüber kann folgen und es entstehen keine offenen Fragen.

#2 Kleidung, Umgebung, Technik: Vergessen Sie nichts

Das Telefoninterview muss insbesonders technisch einwandfrei vorbereitet werden. Störungen sind bei Telefongesprächen sehr hinderlich und können gerade bei einem Bewerbungsgespräch schnell zur Gereiztheit Ihres Gegenübers führen. Headsets sollten daher vorher getestet werden und auch die kurzfristige Installation eines Programmes wie Skype kann Probleme mit sich bringen. Die beste Strategie zur Fehlervermeidung ist das Probegespräch. Wenn Ihre Testperson an Kleidung, Umgebung und Technik nichts auszusetzen hat, können Sie starten.

#3 Das digitale Vorstellungsgespräch: Wichtige Hinweise

Bei einem Interview, das nicht persönlich stattfindet, sind einige Besonderheiten zu beachten. Dazu gehört insbesondere der lärmfreie Hintergrund. Selbst wenn Sie zu Hause das Gespräch durchführen, kann es passieren, dass ein Postbote klingelt, der Hund bellt oder plötzlich das Haustelefon klingelt, während Sie über das Handy telefonieren.

Natürlich lassen sich nicht alle Störungen vorhersehen. Dennoch ist es wichtig, alle potenziellen Lärmquellen zu identifizieren und vielleicht auch einen Zettel an der Haustür anzubringen, der vom Klingeln abhält. Ein weiteres großes Thema sind die Akkus von mobilen Endgeräten und die Zuverlässigkeit. Wenn Sie wissen, dass Ihr Handy oder Ihr Laptop bei größerer Belastung ab und zu den Geist aufgibt, dann leihen Sie sich für diesen Termin lieber ein neueres Exemplar.

#4 Knigge der Telefongespräche: Immer höflich bleiben

Den wenigsten Kandidaten muss gesagt werden, dass Ausreden zu den Grundregeln einer guten Konversation gehört. Bei einem persönlichen Gespräch ist das normalerweise auch gut zu bewerkstelligen, da Sie an der Mimik Ihres Gegenübers einen Redestopp oder Redefluss direkt ablesen können. Viele sind aber mit der peinlichen Situation am Telefon bekannt: Beide fangen an zu reden, beide stoppen und wieder fällt man sich gegenseitig ins Wort.

Das hat nicht direkt etwas mit Unhöflichkeit zu tun, kann aber trotzdem den Gesprächsfluss stören. Von daher gilt: Reden Sie primär nach Aufforderung und lassen Sie Ihr Gegenüber zuerst zu Wort kommen.

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#5 Fangfragen parieren: So gelingt es Ihnen

Auch bei einem vermeintlich einfachen Telefongespräch können unerwartet kniffelige Fragen gestellt werden. Eine umfassende Vorbereitung auf diese Fragen ist fast unmöglich, da sie je nach Fachgebiet variieren. Trotzdem ist es wichtig, insbesondere Fragen zu Gehaltsthemen und Arbeitseinstellungen vorzubereiten. So können Sie im Notfall eine pauschale Aussage treffen, die Sie wenigstens positiv durch das Telefonat bringt.

#6 Bereitschaft zeigen: Meistern Sie den ersten Schritt

Gegen Ende eines Telefoninterviews wird nach einem positiven Gespräch häufig auch eine persönliche Einladung ausgesprochen. Außer bei Kurzzeiteinsätzen ist die Einstellung direkt nach einem Telefonat eher selten. Jetzt gilt es, erst einmal Bereitschaft zu zeigen. Sie müssen nicht direkt zusagen, aber verspielen Sie auch nicht Ihre Chance, weil Ihnen das Gespräch nicht gut gefallen hat. Absagen über Mail können Sie nach einer gründlichen Reflektion immer noch.

#7 Eigene Fragen: Nutzen Sie Ihre Chance

Ebenfalls gegen des Gespräches werden Sie aufgefordert, Ihre Fragen zu stellen. Hier gilt immer: Bereiten Sie eigene Fragen vor! Insbesondere Fragen zum Arbeitsalltag, zu den Kollegen und zu Aufgabenschwerpunkten sind wichtig und zeigen echtes Interesse. Ein Vorteil des Telefoninterviews ist, dass Sie sich zwischendurch Notizen machen können. So können Sie Ihre Fragen direkt auf das Gespräch beziehen.

Vorbereitung Telefoninterview: Besser früh, als spät

Sie wissen jetzt, warum ein Telefoninterview das Mittel der Wahl vieler Personaler für den Erstkontakt ist. Außerdem haben Sie erfahren, welche Vorteile diese Methode für Sie bedeuten kann und welches Medium am besten zu Ihrer Person passt. Wenn Sie dann noch die Vorbereitung in sieben Schritten absolvieren und Fettnäpfchen gekonnt umschiffen, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

Vergessen Sie allerdings nicht, dass diese gründliche Vorbereitung Zeit benötigt. Am besten planen Sie einen Nachmittag in der Woche vor dem Gespräch ein, um alle Informationen und Vorbereitungen abzuschließen. So können Sie noch eventuell offene Fragen klären und entspannt in das Gespräch starten.

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