Körpersprache im Sitzen: Was heißt das?

Aktualisiert am von Ömer Bekar

Körpersprache im Sitzen
Wie bewahren Sie im Gespräch die Haltung?

Wenn Sie an Gespräche denken, wird meistens nur an Worte gedacht. Gerade vor schwierigen Situationen werden Worte auf die Goldwaage gelegt und Argumente durchdacht. Dann ist es so weit und Sie müssen das Gespräch führen. Doch plötzlich läuft alles ganz anders, als Sie sich das vorgestellt haben. Wie kann das sein, obwohl Sie sich doch so gründlich vorbereitet haben? Der Grund hierfür heißt ganz einfach Körpersprache. Im Sitzen ist diese Fähigkeit nochmal um einiges schwerer und wie Sie wissen, finden die meisten schwierigen Gespräche im Sitzen statt. Einfach mal hinsetzen und darüber reden, bekommt unter diesem Blickwinkel eine ganz neue Bedeutung. Schließlich zählen Ihre Worte nur zu einem Bruchteil, der Erfolg des Gespräches hängt maßgeblich von Ihrer Körpersprache ab. Aber wie sollen Sie das berücksichtigen, wenn Sie sich auf schwierige Gespräche vorbereiten?

Tatsächlich ist Körpersprache im Sitzen in großes Thema. Sie können Schauspielkurse besuchen, sich jahrelang fortbilden oder Sie können auch ganz einfache Tipps beherzigen, die Ihre Körpersprache auf eine natürliche Weise verbessern. Fakt ist nämlich: Normalerweise entspricht unsere Körpersprache genau dem, was Sie auch denken. Ihr Körper verrät so unbewusst sehr viel mehr über das, was Sie eigentlich aussagen wollen. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Im Sitzen, einer eigentlich unnatürlichen Haltung, können Signale missverstanden werden. Wie Sie dieses Problem beheben, wie Sie eine natürliche Ausstrahlung gewinnen und wie Sie auch in schwierigen Situation sprichwörtlich die Haltung bewahren, erfahren Sie hier.

Aber was beeinflusst eigentlich was? Die Gefühle die Körpersprache? Oder anders herum? Was machen Sie, wenn Sie bei einem Gespräch partout keine angenehme Sitzposition finden und angespannt auf der Stuhlkante herumrutschen? Wie vermeiden Sie das Gefühl, dass Ihre Hände plötzlich überall im Weg sind? Gibt es Fehler, die Sie mit Ihrer Körpersprache im Sitzen machen können? Und wie hilft Ihnen das Wissen über Körpersprache im Sitzen, um auch in schwierigen Situationen Haltung zu bewahren? Rund um diese Fragen finden Sie hier Antworten. So können Sie beim nächsten wichtigen Gespräch, wie zum Beispiel einem Vorstellungsgespräch, den besten Eindruck hinterlassen.

Haltung und Gefühle: Wie sie sich gegenseitig beeinflussen

Die Körperhaltung und das Selbstbewusstsein sind untrennbar miteinander verbunden. Dabei beeinflusst der eine Faktor einmal den anderen und wieder andersherum. So kann es gut sein, dass Sie sich an einem Tag schlecht fühlen und dementsprechend auch Ihre Körpersprache Pessimismus ausstrahlt. Es kann aber auch sein, dass Sie sich eigentlich positiv fühlen, am Ende des Tages aufgrund von körperlichen Defiziten trotzdem müde und abgeschlagen sind. Egal, um was es sich handelt: Sie strahlen im Gespräch immer etwas aus. Die folgenden Beispiele zeigen Ihnen, wo Sie anfangen können, das Gesamtpaket in die positive Richtung zu Beeinflussen.

#1 Haltung vor Gefühlen: Die optimale Vorbereitung

Können Sie durch körperliche Übungen ihre Ausstrahlung verbessern? Auf diese Antwort gibt es ein einfaches Ja! Hier finden Sie einfache Zusammenhänge, die beweisen, dass ein bewusster Umgang mit der Körpersprache große positive Effekte auf die Gemütslage hat.

  1. Power-Posing. Diese Übung stammt aus den USA. Forschungen haben belegt, dass Kandidaten, die vor einem wichtigen Termin eine Minute lang eine Siegerpose eingenommen haben, selbstbewusster und überzeugender aufgetreten sind. Diese Übung können Sie einfach nachmachen. Allerdings sollten Sie dafür eher einen privaten Raum wählen.
  2. Sport! Sport ist eine der besten Methoden, um Selbstvertrauen aufzubauen. Diese Tätigkeit hat auch einen positiven Effekt auf Ihre Körpersprache. Durch eine gerade Haltung strahlen Sie viel mehr Optimismus aus und sind vor allem auch selber besser gelaunt.
  3. Bewusste Körperhaltung. Früher sind Menschen mit einem Buch auf dem Kopf herum gelaufen. So zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen, ist allerdings keine gute Idee. Trotzdem hilft ein bewusstes Erinnern dabei, eine selbstbewusste Ausstrahlung beizubehalten.
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#2 Gefühle vor Haltung: Ein wichtiger Einflussfaktor

Aber nicht nur die äußeren Faktoren wirken sich positiv auf Ihre Körpersprache aus. Es geht auch anders herum. Bestimmte Innere Einstellungen zeigen sich direkt an der Körperhaltung. Die folgenden Beispiele zeigen Ihnen, warum.

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  1. Optimismus. Wenn Sie davon ausgehen, dass ein Gespräch positiv verlaufen wird, beginnen Sie es mit einem Lächeln. Ihre Mimik wirkt auch direkt auf Ihr Gegenüber: Sie beide erwarten plötzlich viel mehr von dem Gespräch.
  2. Vorbereitung statt Nervosität. Ihr Körpersprache wird anders aussehen, wenn Sie sich gründlich auf einen Termin vorbereitet haben. Trotz Nervosität wissen Sie, dass Sie alle Antworten parat haben. Genau das zeigt dann auch Ihre Mimik und Ihre Gestik.
  3. Offenheit und Lösungsansätze. Ein weiterer wichtiger Faktor insbesondere bei schwierigen Gesprächen, ist die innere Einstellung. Mit verschränkten Armen und einem versteinerten Blick ist es schwer, Konflikte zu lösen. Ein offener Blick und eine einladende Körperhaltung ist nur dann möglich, wenn Sie auch die entsprechende Einstellung mitbringen.
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Körpersprache im Sitzen: So finden Sie die geeignete Position

Kaum sind Sie am Ort des Gespräches angekommen, rutschen Sie angespannt auf dem Stuhl hin und her. Eine bequeme Sitzposition zu finden, scheint unmöglich, aber auch das Ändern der Position verrät Nervosität. Zunächst einmal: Dieses Problem haben nicht nur Sie! Fast alle Menschen in schwierigen Situation wissen plötzlich nicht, wohin mit sich.

In diesem Fall hilft nur eins: Bewusste Übung. Setzen Sie sich zuhause hin und spielen Sie verschiedene Szenarien durch. Auch wenn dies auf den ersten Blick künstlich wirkt: Diese Vorbereitung hilft Ihnen in der konkreten Situation, sich zu entspannen. Sie wissen, dass Sie in einer selbstbewussten Position sitzen, auch wenn Sie sich vielleicht nicht so fühlen. Das hilft manchmal über die ersten schwierigen fünf Minuten hinweg, bis Sie wieder ganz Sie selbst sind. Also, holen Sie sich einen Stuhl und legen Sie los. Übrigens: Models, die immer so lässig wirken, machen nichts anderes.

Wohin mit den Händen? Vier Tipps für eine entspannte Haltung

Auch dieses Problem kennen viele Kandidaten. Gerade in einem Vorstellungsgespräch erscheint der Tisch vor Ihnen plötzlich gähnend leer, Ihre Hände sind viel zu groß und wissen nicht, wohin. Damit sind Sie ebenfalls nicht alleine und auch bei diesem Problem können einige simple Tricks schnell Abhilfe schaffen:

  1. Der Kaffeebecher. In den meisten Fällen wird bei einem Gespräch etwas zu Trinken angeboten. Ob es nun Kaffee, Tee oder Wasser ist: Nehmen Sie gerade bei Nervosität dieses Angebot immer an. So haben Sie eine Art Anker, mit dem sich Ihre Hände natürlich beschäftigen können.
  2. Die Gesprächsunterlagen. Eine weitere Hilfe sind Ihre Unterlagen. Bringen Sie sie zum Vorstellungsgespräch mit, um Ihre Hände zu beschäftigen. Außerdem sind Sie auch eine große Hilfe, wenn Sie einmal nicht wissen, wohin Ihr Blick wandern soll.
  3. Das Notizbuch. Gerade bei geschäftlichen Termin ist ein Notizbuch nicht nur für Ihre Hände wichtig. So können Sie außerdem konkrete Punkte festhalten und Ziele notieren.
  4. Die Armlehnen. In den meisten Fällen finden Sie Stühle mit Armlehnen vor. Statt die Hände ineinander oder vor sich zu verschränken, können Sie Ihre Arme einfach auf den Lehnen ablegen. Das verbessert zudem Ihre Körpersprache, da Sie automatisch offener und selbstbewusster wirken.

Diese Tipps sollen Ihnen dabei helfen, Nervosität zu verringern. Trotzdem bleibt Natürlichkeit das oberste Ziel. Auch hier können Sie diese Ratschläge für die ersten Minuten anwenden, bis Sie sich wieder wohl in Ihrer Haut fühlen und alles von alleine läuft.

Körpersprache im Sitzen: Vermeiden Sie diese Fehler

Neben allen Tipps und guten Ratschlägen gibt es auch Fehler, die es für ein positives Gespräch unbedingt zu vermeiden gilt. Oft passieren diese Fehler völlig unbewusst und automatisch. Aus diesem Grund können Sie sich mit den folgenden Tipps bewusst machen, wie Sie im nächsten Gespräch Ihre Körpersprache aktiv verbessern können.

#1 Verschränkte Arme

Der Klassiker sind verschränkte Arme und Hände, vielleicht dazu sogar noch Beine. So signalisieren Sie Abwehr und keine Offenheit. Argumente Ihres Gegenübers kommen – jedenfalls körpersprachlich – gar nicht bei Ihnen an. Diese Körperhaltung wirkt sich zudem auch auf Ihre Gemütslage aus: Sie reagieren schneller gereizt und abwehrend.

#2 Gewollter Abstand zum Gesprächspartner

Diese Reaktion verläuft meistens völlig unbewusst. Niemand befindet sich gerne in einer unangenehmen Lage. Aus diesem Grund nehmen Kandidaten häufig den weit entferntesten Stuhl, lehnen sich weit zurück und rutschen gerne mitsamt dem Stuhl Richtung Ausgang. Besser ist es, sich mental darauf einzustellen, dieses Gespräch anzunehmen und sich nach vorne zu lehnen. Signalisieren Sie Gesprächsbereitschaft.

#3 Fehlender Abstand zum Gesprächspartner

Andersherum kann auch eine zu große Nähe negativ ankommen. Jeder Mensch hat eine unterschiedlich große Wohlfühlzone. Der Mindestabstand sollte allerdings immer einen Meter betragen. Alle Gesten, die diesen Radius verletzen, lösen abwehrende Reaktionen aus. Zugewandtheit muss nicht automatisch größtmögliche Nähe bedeuten.

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#4 Dauerlächeln

Auch ein Dauerlächeln löst eher negative Emotionen aus. Wenn Sie merken, dass Ihre Mundwinkel schmerzen, dann läuft etwas falsch. Eine natürliche positive Einstellung kommt auch ohne ein aufgesetztes Strahlen aus. Als Faustregel gilt: Lächeln Sie bei der Begrüßung und wenn Ihnen danach ist.

#5 Abstützen der Arme

Der Tisch vor Ihnen erscheint viel zu leer und Ihre Hände wissen wieder einmal nicht wohin? Was beim privaten Gespräch im Sitzen völlig normal ist, sollte in einem professionellen Termin nicht passieren. Nutzen Sie den Tisch daher als Arbeitsfläche und halten Sie ihn frei. Außerdem können Sie so viel eher mit Ihren Händen unterstreichen, was Sie gesagt haben.

#6 Das Gesicht oder die Haare berühren

Eine Haarsträhne wegstreichen oder kurz etwas wegwischen, ist völlig legitim. Nervös an den Haaren herumzuspielen oder das Gesicht in den Händen abzustützen, ist dagegen keine gute Idee. So berauben Sie sich selber zweier Ihrer wichtigsten Instrumente für die Körpersprache: Das Gesicht und die Hände. Außerdem kann es so schnell passieren, dass Sie nicht ernstgenommen werden.

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Körpersprache im Sitzen: Sind Sie bereit?

Sie wissen jetzt, wie Ihre Körperhaltung Ihre Gefühle beeinflusst und wie andersherum auch Ihre Gefühle und Ihre Einstellung Ihre Ausstrahlung beeinflussen. Außerdem haben Sie diverse Tricks und Techniken kennengelernt, mit denen Sie Nervosität überspielen können. Wenn Sie darüber hinaus noch darauf achten, die typischen Fehler zu vermeiden, können Sie auch im Sitzen Ihre Körpersprache passend zur Situation gestalten. Zusammen mit einer sorgfältigen Vorbereitung der Worte gehen Sie so sicher, dass das nächste Gespräch ein voller Erfolg wird.