Bewerbungsgespräch bedanken

Wie signalisieren Sie Ihre Zufriedenheit nach dem Bewerbungsgespräch?

Das Bewerbungsgespräch ist mit großem Aufwand verbunden. Viele Kandidaten haben bereits stundenlang an der Bewerbung gesessen. Noch mehr Stunden kommen durch die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch hinzu. Auch die Anfahrt nimmt manchmal einen halben Tag in Anspruch. Da gehen schnell mehrere Tage an Arbeitszeit für eine einzige Bewerbung drauf. Bei diesem ganzen Aufwand möchten Sie auch sichergehen, dass das Bewerbungsgespräch kein Reinfall wird. Allerdings stellt die Zeit nach dem Bewerbungsgespräch manchmal genau das in Frage. Selten werden direkt im Gespräch Zusagen vergeben. Stattdessen müssen Sie warten und zittern, ob es nun mit dem Job geklappt hat oder nicht. Können Sie irgendetwas tun? Die Antwort lautet: Ja! Sie können sich für das Bewerbungsgespräch bedanken. Aber wie sollen Sie das machen, ohne allzu verzweifelt zu wirken? Kann das nicht auch falsch ankommen? Diese Fragen bringen viele Bewerber dazu, es gar nicht erst zu versuchen.

Selbstverständlich können schlecht formulierte Danksagungen negativ aufgefasst werden. Professionell für ein Bewerbungsgespräch zu Danken, ist dagegen eine große Chance und kann manchmal sogar den entscheidenden Unterschied machen. Verfallen Sie daher nach dem Bewerbungsgespräch in keine Lethargie, sondern bleiben Sie weiterhin aktiv. Hier erfahren Sie, wie Ihnen das gelingt und wie Sie auch nach dem Gespräch noch einen positiven Kontakt mit dem potentiellen Arbeitgeber aufrecht erhalten. Das kann selbst der Fall sein, wenn Sie bereits eine Absage erhalten haben. In jedem Fall gilt: Bedanken Sie sich immer für das Vorstellungsgespräch. Außerdem erfahren Sie, welche Formulierungen konkret bei welchem Fall angebracht sind und wie Sie diese ansprechend verpacken.

Aber was genau wird eigentlich nach einem Bewerbungsgespräch von Ihnen erwartet? Wann ist der perfekte Zeitpunkt, um sich für das Gespräch zu bedanken? In welchem Fall wählen Sie am besten die persönliche Form und wann ist eine Mail angebrachter? Gibt es bestimmte Formulierungen, die immer funktionieren? Und was ist mit Fehlern? Gibt es Fehler, die Ihre ganze Arbeit zunichte machen können? Rund um das Thema Danksagung für ein Bewerbungsgespräch gibt es viele Fragen. Hier finden Sie die Antworten.

Nach dem Bewerbungsgespräch: Ihre 4 wichtigsten Erledigungen

Das Bewerbungsgespräch wird lange erwartet und es hängen große Erwartungen daran. Umso verständlicher ist es, dass Sie nach diesem Termin erst einmal ein, zwei Tage zum Verschnaufen brauchen. In dieser Pause sollten Sie allerdings trotzdem daran denken, die folgenden vier Punkte zu erledigen. So fahren Sie den größtmöglichen Erfolg für Ihre Mühe ein.

  1. Am Ende des Bewerbungsgespräches bedanken. Sie haben es geschafft und das Gespräch war erfolgreich? Das dürfen Sie auch zum Ausdruck bringen. Aber selbst, wenn Sie gemischte Gefühle haben: Bedanken Sie sich bei Ihrem Gegenüber immer für die Zeit, die Ihnen gewidmet wurde.
  2. Eigene Reflexion nach dem Vorstellungsgespräch. Wenn Sie zuhause angekommen sind, sollten Sie sich kurz zurückziehen und Ihre noch frischen Eindrücke niederschreiben. Was lief gut, was hätte besser laufen können? Haben Sie sich wohlgefühlt? Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein? Was können Sie aus diesem Gespräch lernen?
  3. Entscheidung zur schriftlichen Danksagung. Falls Sie zu dem Ergebnis gekommen sind, dass Ihnen eine Beschäftigung in diesem Unternehmen zusagt, sollten Sie dies schriftlich per Dankeswort mitteilen. Hierfür finden Sie in diesem Artikel konkrete Vorschläge.
  4. Weiter Bewerben. Auch wenn Sie ein sehr gutes Gefühl und eine mündliche Zusage haben: Bewerben Sie sich weiter und nehmen Sie auch weitere Termine für Vorstellungsgespräche an. Nichts ist ärgerlicher als vertane Chancen aufgrund von falschen Hoffnungen.

Nicht alle diese Schritte müssen auf einmal umgesetzt werden. Erinnern Sie sich allerdings immer wieder daran, dass der Bewerbungsprozess erst nach unterschriebenem Arbeitsvertrag beendet ist.

Bewerbungsgespräch bedanken: Der perfekte Zeitpunkt

Wie bei vielen anderen Sachen auch, kommt es beim Bedanken auf den richtigen Zeitpunkt an. Wenn Sie warten, bis ihr Gegenüber sich bedankt, haben Sie eine Chance verpasst. Zu häufiges und vor allem zu frühes Bedanken wirkt schnell übereifrig. Nach Schulz von Thun sollten Sie darauf achten, wie Ihre Aussage beim Gegenüber aufgefasst wird. Was also ist der perfekte Zeitpunkt? Die folgenden beiden Beispiele geben Ihnen darüber Aufschluss.

#1 Im Bewerbungsgespräch bedanken

Im Bewerbungsgespräch gibt es eine große Falle: Falls Sie sich bedanken, bevor das Gespräch offiziell beendet wurde, können Sie einen sehr schlechten Eindruck machen. Ein Signal, das dagegen nie missinterpretiert werden kann, ist der abschließende Satz: „Wir melden uns bei Ihnen“. Diese Worte können Sie als Einleitung verstehen und sich für die das Bewerbungsgespräch bedanken.

#2 Nach dem Bewerbungsgespräch bedanken

Falls Sie den Abgang nach dem Bewerbungsgespräch gut gemeistert haben, wartet nun noch die Aufgabe der Dankesmail. Erst nach einer Woche diese Worte zu formulieren, ist keine gute Idee. Allerdings auch derselbe Abend nicht. Denn so wirken Sie, als hätten Sie das Gespräch nicht gründlich reflektiert. Melden Sie sich nach einen bis drei Werktage nach dem Vorstellungsgespräch beim Unternehmen.

10 Formulierungen, die Zufriedenheit ausdrücken

Sie wissen nun, wann Sie sich am besten Bedanken. Das hilft allerdings nicht immer dabei, die perfekten Worte zu finden. Aus diesem Grund finden Sie hier zehn Beispiele, die Sie nutzen und für sich persönlich umformulieren können. Denken Sie daran, dass jede Bewerbung und Situation einzigartig ist.

#1 Der Standard: Ihnen gefällt der Job

In diesem Fall haben Sie nach dem Gespräch ein gutes Gefühl, der Job hat Ihnen gefallen und auch der Arbeitgeber macht einen sympathischen Eindruck auf Sie. Sie haben sich entschieden, dass Sie gerne in diesem Unternehmen arbeiten würden. Und genau das sollten Sie mitteilen:

„Ich möchte mich noch einmal für das gestrige Gespräch bedanken. Ich habe die Unterhaltung als sehr positiv empfunden und alle Informationen entsprechen dem, was ich mir für meine neue Beschäftigung vorstelle. Aus diesem Grund würde ich mich freuen, ab dem ____ als _____ bei Ihnen anzufangen.“

#2 Sie haben noch Fragen

Manchmal entstehen nach dem Bewerbungsgespräch doch noch Fragen, die dem konkreten Beschäftigungsverhältnis im Wege stehen. Hier sollten Sie auf jeden Fall nachfragen und können das ideal mit einem Dank verbinden:

„Vielen Dank für das informative Gespräch vom ____. Ich habe mich sehr wohl gefühlt, allerdings ist mit bei der Nachbereitung des Gespräches noch Folgendes aufgefallen: ____. Ich freue mich, darüber noch Auskunft zu erhalten und möchte an dieser Stelle schon einmal ausdrücken, dass dies meinem Beschäftigungswunsch bei Ihnen nicht im Wege steht.“

#3 Bedanken auf persönlicher Ebene

Sie haben sich auf Anhieb gut in der Runde verstanden? Sie und Ihr Gesprächspartner waren auf einer Wellenlänge? Das ist eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Arbeitsverhältnis. Und genau das sollten Sie auch mitteilen:

„Nach einer gründlichen Nachbereitung des gestrigen Gespräches ist mir aufgefallen, wie wohl ich mich im gesamten Gesprächsverlauf gefühlt habe. Ich schätze die positive und lockere Atmosphäre in Ihrem Team und kann mir sehr gut vorstellen, dazu zu passen. Aus diesem Grund würde ich mich über eine Zusammenarbeit freuen.“

#4 Eine Aufforderung

Das Gespräch ist eine Woche her, es lief hervorragend und Sie rechnen eigentlich mit einer Zusage? Wenn dann nichts kommt, kann das Warten schwer fallen. Sie haben die Möglichkeit, es mit einer Aufforderung, verpackt in eine Dankesmail, abzukürzen:

„Vielen Dank noch einmal für das Gespräch vom ____. Ich habe es als sehr positiv und passend empfunden, weshalb ich hiermit meine Bereitschaft ausdrücken möchte, zum ____ bei Ihnen anzufangen. Über eine Rückmeldung freue ich mich sehr!“

#5 Die Karten offen legen

Manchmal haben Sie mehrere Vorstellungsgespräch in einem kurzem Zeitraum. Da kann es passieren, dass Sie eine Zusage bekommen, Ihr Favorit aber noch auf sich warten lässt. In diesem fall dürfen Sie mit offenen Karten spielen, denn Sie haben nichts zu verlieren.

„An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, wie sehr mir das Gespräch vom ___ gefallen hat. Vielen Dank dafür. Aktuell befinde ich mich allerdings in einer schwierigen Situation, da mir ein konkretes Jobangebot vorliegt. Aufgrund des Gespräches bei Ihnen favorisiere ich allerdings eine Mitarbeit bei Ihnen. Aus diesem Grund freue ich mich über eine Rückmeldung bis zum ___.“

#6 Bezug zum Job: Das schätzen Sie besonders

Vielleicht sind Ihnen beim Vorstellungsgespräch bestimmte Punkte aufgefallen, die das Arbeitsverhältnis besonders attraktiv machen. Wenn Sie aus diesem Grund den Job gerne antreten möchten, dann können Sie das auch konkret nennen:

„Vielen Dank noch einmal für das informative Gespräch vom ___ in Ihrem Unternehmen. Mein positiver Eindruck aus der Stellenbeschreibung hat sich dort bestätigt, insbesondere für die Tätigkeit ___ bringe ich eine hohe Motivation mit. Daher freue ich mich, falls eine Zusammenarbeit zustande kommt.“

#7 Schlicht Bedanken – Sie lassen alles offen

Manchmal tun es aber auch einige wenige Worte. Sie haben schließlich im Vorstellungsgespräch bereits alles gesagt. Nutzen Sie daher die Mail, um einfach das Auszudrücken, was für Sie zählt: Die Zusammenarbeit.

„Ich möchte mich für das angenehme Gespräch bedanken und meine positive Einstellung hinsichtlich einer Zusammenarbeit mitteilen.“

#8 Bedanken und Absagen: Sie haben es sich anders überlegt

Auch im Falle einer Absage Ihrerseits zeugt eine Mail, in der Sie sich bedanken, von einem guten Ton. Seien Sie dabei ehrlich und nennen Sie einen plausiblen Grund. Das kann zum Beispiel so aussehen:

„Ich möchte mich erneut für das informative Gespräch bedanken, muss Ihnen allerdings mitteilen, dass ich mich gegen eine Zusammenarbeit entschieden habe. Aufgrund von ___ und ___ trifft das Arbeitsverhältnis leider nicht die Kriterien, nach denen ich Suche. Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.“

#9 Bedanken nach Absage: Fragen Sie nach!

Andersherum fällt es deutlich schwieriger, eine Dankesmail nach einer Absage zu verfassen. Allerdings können Sie so wichtige Informationen über den Ablehnungsgrund erfahren und sich für weitere Chancen verbessern. Nutzen Sie diese Möglichkeit!

„Vielen Dank für Ihre rasche Rückmeldung. An dieser Stelle möchte ich trotzdem meinen Dank für das Gespräch und mein Bedauern für die Absage ausdrücken. Bitte teilen Sie mir noch mit, welche Kriterien zu Ihrer Entscheidung geführt haben. Für die Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute.“

#10 Bedanken nach Funkstille – Der Retter in der Not

Wenn nach einem Bewerbungsgespräch alles offen ist und Wochen vergehen, ohne dass Sie eine Rückmeldung bekommen, machen sich Zweifel breit. Hat das Unternehmen überhaupt vor, mit Ihnen noch Kontakt aufzunehmen? Das erfahren Sie nur, wenn Sie die Initiative ergreifen:

„Mit dieser Mail möchte ich mich noch einmal bei Ihnen in das Gedächtnis rufen. Mir hat das Vorstellungsgespräch vom ___ sehr gefallen und ich bedanke mich erneut für Ihre Zeit. Können Sie mir zum aktuellen Stand des Bewerbungsverfahrens weitere Auskünfte geben?“

Bewerbungsgespräch bedanken: Haben Sie an alles gedacht?

Sie wissen nun, wann der perfekte Zeitpunkt ist, um sich für ein Gespräch zu bedanken und Sie haben auch für jede mögliche Situation eine Musterformulierung. Achten Sie allerdings darauf, dass Ihre individuelle Dankesmail nicht zu langatmig wird. Drei, vier kurze Sätze sind das Maximum. Außerdem sollten Sie bei der Formulierung größtmögliche Sorgfalt walten lassen: Auch hier haben Rechtschreibfehler noch einen großen negativen Einfluss. Wenn Sie das alles beachten, kann nichts mehr schief gehen. Die Erfolg!

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