Update: So schreiben Sie Bewerbungen die Sie ins Vorstellungsgespräch bringen (Präsentation).

Die Polizei ist aufgeteilt in Behörden des Bundes und der Länder. Diese führen jeweils verschieden Dienststellen, welche mit Beamten und teilweise mit Angestellten besetzt werden. Angestellte können frei ihren Arbeitsplatz wählen, während Beamte an den jeweiligen Dienstherr gebunden sind und dessen Erlaubnis benötigen, um eine Dienstelle oder eine Stelle zu wechseln. Als Polizeibeamter wirst Du über das Wissen verfügen, wie eine Versetzung zu einer anderen Dienststelle gehandhabt wird. Da diese Vorgänge formell geregelt sind,  aber immer auch nach praktischen Gesichtspunkten behandelt werden, werden hier die vorgesehenen Wege genauer unter die Lupe nehmen.

Wo arbeiten Angestellte bei der Polizei?

Der Mangel an Kräften hat die Polizei gezwungen, auch Angestellte zu beschäftigen. Wir sprechen hierbei über einen sehr geringen Anteil, der prozentual weiter abnehmen wird, wenn das Personal der Polizeibehörden wieder aufgestockt wird.

Aufgaben von Angestellten der Polizei

  • Objektschutz von öffentlichen Gebäuden
  • Verkehrsüberwachung
  • Unterstützung bei der Ordnung des Verkehrs
  • Verwaltungsarbeiten bezüglich von Verwarnungen, Ordnungswidrigkeiten und Gerichtsmaßnahmen

Es handelt sich eindeutig um Tätigkeiten, die zivil auch von Sicherheitsunternehmen übernommen werden. Zusätzlich werden Fähigkeiten von Bürokaufleuten benötigt. Auch handelt es sich immer um Tätigkeiten in einer Kommune. Bewerbungen sind daher mit Lebenslauf, Mappe und Bewerbungsschreiben an eine Dienststelle eines Bundeslandes zu richten. Dies gilt auch, wenn ein Stellenwechsel vorgenommen werden soll.

Da hier die Versetzung zum Thema hergenommen wird, kann die Behandlung der Angestellten vernachlässigt werden. Für Beamte aller Behörden gelten gesonderte Bestimmungen, die sich aus dem Beamtengesetz ergeben. Der vollständige Text des Gesetzes ist online verfügbar: http://www.beamtengesetz.de/ .

Arbeitsort, Dienststelle und Wechselabsichten

Besonders bei der Polizei gilt, dass jeder Beamte dort eingesetzt wird, wo er gebraucht wird. Zwar werden persönliche Vorlieben und Fähigkeiten gerne berücksichtigt, doch müssen auch Bereitschaft und Fähigkeit vorhanden sein, immer dort eingesetzt zu werden, wo Kräfte benötigt werden.  Dies gilt sowohl für Landesbehörden wie Bundesbehörden der Polizei. Dienstelle und Arbeitsort ist dort, wo die jeweils oberste Behörde Polizisten einsetzt. Daraus ergeben sich eindeutig geregelte Verhältnisse.

  • Oberster Dienstherr beim Zoll, Grenzschutz und Bundeskriminalamt etc. ist das Bundesinnenministerium.
  • Oberster Dienstherr der übrigen Polizeikräfte ist das jeweilige Landesinnenministerium.
  • Die einzelne Dienstelle bestimmt durch Polizeipräsident und weitere Führungsbeamte über den jeweiligen Arbeitsort und Arbeitsplatz.

Polizisten werden zugeteilt und eingesetzt. Ein Wechsel des Arbeitsortes und auch der Dienstelle ist dennoch nicht ausgeschlossen. Hier sind vier Möglichkeiten geregelt, innerhalb dieser Auswahl sich jeder Beamte bewegen kann und muss. Nicht berücksichtigt ist die Kündigung, um einen Wechsel herbeizuführen. Dieser Fall wird unter Polizisten bisweilen diskutiert, muss allerdings als Ausnahmeerscheinung angesehen werden.

Mit einer Kündigung wird die Beamtenanwartschaft aufgegeben und kann nur dann wieder erlangt werden, wenn eine Wiederaufnahme erfolgt, was niemals gewährleistet ist. Wer sein Dienstverhältnis kündigt, gibt alle Rechte aus dem Beamtengesetz auf und muss sich erneut bewerben, wird aber nur in wenigen Fällen auf Gegenliebe stoßen. Schließlich wird es als weg angesehen, die Behörde unter Druck zu setzen, was gegen den Diensteid spricht.

Wie wechseln Polizisten die Dienstelle?

Versetzung Abordnung Zuweisung Umsetzung
Überweisung zu einer anderen Dienststelle auf Dauer und unbefristet, um eine spezielle Aufgabe in einer anderen Stelle zu erledigen Befristete und vorübergehende Überweisung im Zusammenhang mit konkreten Aufgaben; der Zuweisung sehr ähnlich Zeitgebundene und befristete Stelle zur Erledigung von Aufgaben bei einem anderen Dienstherrn; auch Beurlaubung auf Zeit Übernahme eines Postens in einer anderen Dienstelle auf Dauer oder befristet innerhalb derselben Behörde

Alle diese Veränderungen werden fast immer im Zusammenhang mit der Neubesetzung des Postens zu sehen sein, der verlassen wird. Diese Posten müssen meist zugleich mit anderen Beamten besetzt werden. Dann besteht die Möglichkeit, dass der Polizeinachwuchs zum Zuge kommt, oder ein Beamter sich zum Tausch finden lässt.

Wie kann ich meinen Wechsel beschleunigen?

Du suchst eine neue Stelle innerhalb des Landes oder in einem anderen Bundesland. In diesem Fall solltest Du gezielt und den Formen entsprechend vorgehen.

  • Trage Deinen Wunsch dem direkten Vorgesetzten vor und begründe ihn.
  • Suche den Rat des Personalrates.
  • Nimm Kontakt zu Vertretern der Gewerkschaft auf.
  • Suche intern nach Beamten, die Deine Position einnehmen können und möchten.
  • Suche nach Personen, die zum Tausch der Dienststelle bereit und geeignet sind.

Gründe für den Wunsch nach Wechsel

Beachte, dass Dein Wechsel einem Wunsch folgen muss, der Dich nicht in ein schlechtes Licht stellt. Deine Fähigkeiten als Polizist dürfen nicht infrage gestellt werden, da dann eine andere Dienststelle Dich kaum akzeptieren wird.

  • Stress mit Kollegen deutet darauf hin, dass das Problem auch in Deiner Person gesucht werden kann.
  • Dein Partner arbeitet weit entfernt. Zwar gebietet das Beamtengesetz, dass Du Deinen Wohnsitz nahe Deiner Dienststelle zu wählen hast. Doch dass hier ein unlösbares Problem entsteht, wenn ein Wechsel ausgeschlossen wird, wird jeder erkennen.
  • Du siehst bessere Möglichkeiten zur Weiterentwicklung im Beruf in einer anderen Stelle. Hier kann es sinnvoll sein, zuvor mit der Stelle des Wunsches Kontakt aufzunehmen, damit eine Unterstützung von dort aufgebaut werden kann. Ohnehin weben Dienststellen Polizisten mit Spezialkenntnissen nicht selten selbst an.

In allen diesen Fällen wird ein Wechsel durch Versetzung der beste Weg sein. Deine Reputation wird nicht herabgesetzt. Durch eine Abordnung entsteht der Eindruck, dass dies gegen Deinen Wunsch erfolgte. Zwar ist vorgesehen, dass ein Wechsel immer auch auf Zustimmung der jeweiligen Polizisten treffen muss, doch kann dabei auch Druck ausgeübt werden, was in der Personalakte nicht gut wirken wird. Siehe auch Beamtengesetz § 26 ff.

Die Versetzung zu einer anderen Dienstelle

Ein Versetzungsgesuch muss begründet sein und die Befähigung beinhalten, die neue Stelle kompetent ausfüllen zu können. Es ist daher nicht sinnvoll, einen Bewerbungsbrief an die gewünschte Stelle zu schicken. Über das Gesuch muss der bisherige Dienstherr entscheiden. Es besteht kein Anrecht auf Wechsel. Allerdings wird ein Gesuch auf Versetzung nur in sehr wenige Fälle garantiert durchgesetzt werden, wenn besondere persönliche Gründe dargelegt werden können. Dann muss der Versetzung sogar zugestimmt werden.

Eine Versetzung ist hingegen auch durchsetzbar, wenn nach Weiterbildungsmaßnahmen dies sehr ratsam ist, um die neuen Kompetenzen tatsächlich anwenden zu können. Andererseits kann der Polizist bei einer von der Dienststelle erzwungenen Versetzung zur Weiterbildung verpflichtet werden, wenn dies notwendig erscheint.

Um eine Versetzung selbst in die Wege zu leiten, ist es daher üblich geworden, sich selbst einen Polizisten zu suchen, der zum Tausch bereit ist. Dann kann angeführt werden, dass Deine Position durch einen motivierten Beamten ersetzt werden kann, der sogleich zu präsentieren ist.

Bevor Du also ein Versetzungsgesuch aufgibst, begebe Dich zunächst auf eine Tauschbörse für die Polizei. Hier findest Du bundesweit Interessenten zum Wechsel und zum Tausch. Sehr gut frequentiert sind zwei Tauchbörsen:

  1. http://www.policemail.de/job/
  2. Tauschbörse der Gewerkschaft der Polizei https://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/SteBea_DE

Eine Musterbewerbung Polizei wegen Dienstellenversetzung ist daher nicht darzustellen, da es sich beim Wechsel zu Dienststellen nicht um einen herkömmlichen Bewerbungsakt handelt. Du bist gehalten, die an den Dienstweg und die vorgesehenen Formalitäten zu halten. Es wird aufgrund des Kontaktes der Dienstherren, Vorgesetzten und der Personalakte entscheiden. Eine Bewerbungsmappe ist nicht vorgesehen. Zu einem Vorstellungsgespräch wird es meist kommen, wenn dem Versetzungsgesucht stattgegeben werden soll.

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