Update: So schreiben Sie Bewerbungen die Sie ins Vorstellungsgespräch bringen (Präsentation).

Viele Personaler nehmen zunächst einmal Deinen Lebenslauf ins Visier. Schließlich bringt der Lebenslauf klar und übersichtlich die wichtigsten Daten und Fakten zu Dir und Deinem bisherigen Werdegang auf den Punkt. Aber was ist eigentlich mit Deinen Hobbys? Solltest Du sie im Lebenslauf erwähnen? Und wenn ja, welche?

 

 

Gehören Hobbys in den Lebenslauf?

Lesen, kochen, Handarbeiten, Sport, Computerspiele: Jeder hat seine Interessen und seine besonderen Vorlieben, wenn es um die Freizeitgestaltung geht. Doch was die Angabe von Hobbys im Lebenslauf betrifft, gehen die Meinungen auseinander. So gibt es Personaler, die sich nicht für Deine Hobbys interessieren. Sie trennen klar zwischen dem Beruf und dem Privatleben. Sie möchten Dich zwar als Person kennenlernen und sich ein Bild von Deiner Persönlichkeit machen. Aber was Du nach Feierabend und im Urlaub machst, ist Deine Privatsache. Andere Personaler finden es gut, wenn Du Deine Hobbys nennst. Zum einen ergibt sich so ein rundes Gesamtbild. Schließlich besteht Dein Leben nicht nur aus Schule und Arbeit. Zum anderen braucht jeder Mensch einen Ausgleich, damit er im Job leistungsfähig bleibt. Und nicht zuletzt können sich aus Deinen Hobbys Fähigkeiten und Eigenschaften ableiten, die Dir auch im Berufsleben zugutekommen.

Hobbys im LebenslaufInsgesamt solltest Du die Bedeutung Deiner Hobbys im Lebenslauf aber nicht überbewerten. Für den Personaler zählen in erster Linie Deine Ausbildung und Deine Berufserfahrung. Sie entscheiden darüber, ob Du die Voraussetzungen für den Job erfüllst, als Kandidat geeignet bist und in die nähere Auswahl kommst. Ein Hobby wird sicher nicht den Ausschlag dafür geben, ob Du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst oder eine Absage erhältst. Trotzdem kannst Du mit den richtigen Hobbys kleinere Pluspunkte sammeln oder zumindest Defizite an anderer Stelle ausgleichen. Auf der anderen Seite können sich die falschen Hobbys aber auch eher nachteilig auswirken. Überlege Dir also, welche Deiner Interessen Dein Profil als Bewerber ergänzen und abrunden. Und treffe eine Auswahl. Schließlich sollen Deine Hobbys nicht die Hauptaussage Deines Lebenslaufs, sondern lediglich eine Zusatzinfo sein.

 

Was sind die typischen Fehler bei der Angabe von Hobbys im Lebenslauf?

Deine Hobbys geben Auskunft darüber, wofür Du Dich interessierst und wofür Du Dich begeistern kannst. Neben den reinen Daten und nüchternen Fakten können sie Deinem Lebenslauf ein wenig Leben einhauchen und Deine Persönlichkeit unterstreichen. Trotzdem sind und bleiben für den Personaler Deine berufliche Eignung und Deine fachlichen Qualifikationen die wichtigsten Kriterien. Bedenke außerdem, dass das Ziel des Personalers ist, einen Bewerber zu finden, der die Stelle optimal ausfüllen kann. Und der gewillt ist, sich aktiv und leistungsbereit ins Unternehmen einzubringen. Für Dich heißt das: Du solltest vermitteln, dass der Job für Dich an erster Stelle steht – und Deine Hobbys erst danach kommen. Konkret solltest Du unbedingt folgende Fehler vermeiden:

 

Zu viele Hobbys

Es mag ja sein, dass Du ein vielseitig interessierter Mensch bist. Dass Du Dich für vieles begeistern kannst und es mit Dir nie langweilig wird. Aber momentan bewirbst Du Dich um einen Job. Du solltest die Aufmerksamkeit also auf Dein berufliches Profil lenken und nicht auf Dein Privatleben. Wenn Du eine Vielzahl unterschiedlicher Hobbys angibst, könnte der Eindruck entstehen, dass Du Dich mit Deinen Hobbys intensiver beschäftigst als mit Deinem beruflichen Vorankommen. Der Personaler könnte sich fragen, ob Dir genug Energie für den Job bleibt. Er könnte befürchten, dass Du bei all den zeitintensiven Hobbys kaum genug Zeit für die Arbeit haben wirst. Beschränke Dich also auf zwei, drei Hobbys. Im Lebenslauf sollte die Anzahl Deiner schulischen Stationen, Deines beruflichen Werdegangs und Deiner Qualifikationen außerdem immer höher sein als die Anzahl Deiner Interessen.

 

Selbstverständliche Interessen

Bestimmte Interessen und Leidenschaften gehören zu einem Beruf einfach dazu. Wenn Du Dich beispielsweise in der EDV-Branche bewirbst, musst Du nicht angeben, dass Du Dich gerne mit dem Computer beschäftigst. Bewirbst Du Dich in einer Modeboutique, kannst Du es Dir sparen, Mode als Dein großes Hobbys zu nennen. Und bei der Bewerbung bei einer Bank ist ein Faible für Zahlen, Statistiken, Geld und Aktienkurse als Hobby überflüssig. Solche Interessen setzt der Personaler nämlich ohnehin voraus. Damit unterstreichst Du Deine Motivation und Deine Eignung nicht, sondern wiederholst letztlich nur Selbstverständlichkeiten. Wenn Du wirklich keine anderen Interessen hast und Dein großes Hobby zum Beruf machen willst, dann gehe wenigstens ins Detail. Schreibe also beispielsweise nicht, dass Du Dich allgemein für den Computer interessierst, sondern nenne konkrete Aspekte. Dies können bestimmte, nicht alltägliche Anwendungen, besondere Programmiersprachen, Hardwarekomponenten oder auch Fachliteratur sein. Bleibe aber bei der Wahrheit.

 

Hobbys mit negativem Ruf

Es gibt ein paar Hobbys, die bei Personalern nicht gut ankommen. Diese Hobbys lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

  • Die erste Gruppe bilden gefährliche und riskante Hobbys. Fallschirmspringen, Tiefseetauchen, Extrem-Bergsteigen oder Motorradrennen spiegeln zwar Mut, Ehrgeiz und keine Angst vor Herausforderungen wider. Aber der Personaler wird eher befürchten, dass Du häufiger verletzungsbedingt ausfallen wirst. Außerdem nehmen solche Hobbys viel Zeit in Anspruch und schränken deshalb Deine zeitliche Flexibilität ein. Hinzu kommt, dass Dich solche Hobbys als jemanden outen, der den Kick sucht und auf Adrenalin steht. Der Personaler könnte sich folglich die Frage stellen, ob Dir im Job nicht sehr schnell langweilig wird.
  • In die zweite Gruppe gehören Hobbys, bei denen es um passive Beschäftigungen geht. Wenn Du einen recht stressigen Beruf anstrebst, spricht zunächst nichts dagegen, wenn Du es in Deiner Freizeit gerne ruhig angehen lässt und faulenzt, fernsiehst oder Computerspiele spielst. Aber Du könntest Deine Zeit auch sinnvoller nutzen. Zudem könnte der Personaler befürchten, dass Du Dir auch im Job gelegentlich eine Auszeit nimmst, wenn es anstrengend wird.

 

Frei erfundene Hobbys

erfundene HobbysEs kann gut sein, dass Du Deine Freizeit wenig spektakulär verbringst. Dass Du nicht der Typ bist, der regelmäßig Sport treibt oder sich ehrenamtlich engagiert. Oder sich für Literatur und Kunst begeistert. Sondern der Typ, der sich in seiner Freizeit am liebsten auf die Couch legt und fernsieht. Komme dann aber bloß nicht auf die Idee, irgendwelche Hobbys zu erfinden, um Deinen Lebenslauf aufzupeppen. Spätestens im Vorstellungsgespräch könnte sich das böse rächen. Viele Personaler nutzen nämlich die Hobbys für einen lockeren Einstieg ins Gespräch. Wenn Du im Lebenslauf Lesen oder Theater als Dein großes Steckenpferd präsentiert hast, auf Nachfrage aber keine Bücher benennen kannst, die Du kürzlich gelesen hast, oder sich herausstellt, dass Dein letzter Theaterbesuch fünf Jahre zurückliegt, ist das ganz schön peinlich. Noch peinlicher wird es, wenn der Personaler zufällig das gleiche Hobby hat. Dann kann er Dich mit ein, zwei Fragen, die eigentlich nett gemeint waren und Dir Deine Nervosität nehmen sollten, so richtig aus dem Konzept bringen. Wenn Du also irgendwelche Behauptungen aufstellst, musst Du sie auch mit Inhalten füllen können. Und wenn Du keine nennenswerten Hobbys hast, dann lass die Angabe im Zweifel einfach weg.

 

Wie interpretiert der Personaler Deine Hobbys?

Personalchef und HobbysNatürlich ist es nicht möglich, pauschal vorherzusagen, wie ein Personaler Deine Hobbys auslegen wird. Der eine Personaler kann sich die Angaben durchlesen und zur Kenntnis nehmen, ohne sich großartig Gedanken darüber zu machen. Ein anderer Personaler wird sich vielleicht fragen, warum Du ausgerechnet diese Hobbys genannt hast und was Deine Interessen über Dich aussagen. Und je nachdem, was für ein Typ der Personaler ist, kann er die Hobbys unterschiedlich deuten. Es gibt ein paar Hobbys, die so etwas wie Klassiker sind und von vielen Bewerbern genannt werden. Beispiele für diese Interessen und ihre üblichen Deutungen haben wir hier für Dich zusammengestellt:

 

Lesen, Kultur und Reisen

Lesen, Kultur und Reisen HobbysWer gerne liest oder sich für Kunst und Kultur interessiert, signalisiert, dass er Intellekt mitbringt und bereit ist, sich weiterzubilden und dazuzulernen. Reisen als Hobby drückt Weltoffenheit aus und kann interkulturelle Kompetenzen untermauern. Allerdings sind solche Hobbys Standards, die in sehr vielen Bewerbungen stehen. Rechne also damit, dass Dich der Personaler darauf ansprechen wird. Hinzu kommt, dass Dir solche Hobbys nur bedingt weiterhelfen werden. Eine gewisse Allgemeinbildung und Lernbereitschaft setzt ein Personaler nämlich als selbstverständlich voraus.

 

Computer

Computer als HobbyEs gibt kaum einen Beruf, der ohne Computer auskommt. Deshalb erwarten die meisten Personaler, dass Du zumindest Grundkenntnisse mitbringst. Als Hobby solltest Du den Computer nur dann erwähnen, wenn Du besondere Kenntnisse vorzuweisen hast. Außerdem solltest Du dann noch ein zweites Hobby dazu nehmen, das in der realen Welt stattfindet und wirkliche Kontakte mit echten Menschen beinhaltet. Sonst könntest Du zu sehr wie ein eigenbrödlerischer Einzelgänger wirken.

Joggen oder Laufen

Joggen oder Laufen als HobbyAusdauersportarten wie Joggen stehen für Leistungsbereitschaft. Du hast ein Ziel, auf das Du konstant hinarbeitest. Gleichzeitig zeugt eine solche Aktivität davon, dass Du Dich körperlich fit hältst, ohne Deine Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Und zeitlich stark eingebunden bist Du durch das Hobby auch nicht, denn ob Du morgens joggen gehst oder nach Feierabend Deine Runden drehst, ist egal. Rechne aber mit Rückfragen. Wenn Du angibst, dass Du regelmäßig laufen gehst, solltest Du auch sagen können, wo Du joggst und wie lange Du für welche Strecke brauchst.

 

Kochen

Kochen als HobbyKochen wird meist mit Eigenschaften wie Kreativität, Experimentierfreunde, Offenheit und Geselligkeit in Verbindung gebracht. Außerdem kann es ein Beleg dafür sein, dass Du auf Deine Gesundheit achtest und respektvoll mit Lebensmitteln und Ressourcen umgehst. Aber auch wenn es ums Kochen geht, solltest Du bei der Wahrheit bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Personaler selbst Hobby-Koch oder zumindest ein Feinschmecker ist, ist recht hoch. Wenn er bei einem lockeren Einstieg Gerichte oder Zutaten anspricht, solltest Du mitreden können.

 

Handarbeiten oder etwas sammeln

Handarbeiten als HobbyWenn Du Dich in Deiner Freizeit leidenschaftlich Deiner Modelleisenbahn widmest, auf Flohmärkten stöberst, Dich für ein bestimmtes Gebiet oder eine Epoche interessierst oder handwerklich-kreativ tätig bist, ist das völlig in Ordnung. Schließlich schaffst Du Dir so einen ruhigen Gegenpol zu Deinem stressigen Arbeitsalltag. Außerdem nimmt Dich Dein Hobby weder körperlich noch zeitlich so sehr in Anspruch, dass der Job darunter leiden könnte. Andererseits könnte der Personaler vermuten, dass Du im stillen Kämmerlein eine Parallelwelt aufbaust und Dich dorthin zurückziehst, wenn es Dir in der realen Welt zu stressig wird.

 

Ehrenämter

Ehrenamt als HobbyHobbys im sozialen Bereich, ehrenamtliches Engagement bei einer Umweltschutzorganisation oder bei der freiwilligen Feuerwehr kommen eigentlich immer gut an. Schließlich zeugen solche Aktivitäten davon, dass Du Dich auch für andere stark machst, Verantwortung übernimmst und etwas bewegen willst. Sie belegen Deine Einsatzbereitschaft und Deine Fähigkeit, auch mit schwierigeren Situationen zurechtzukommen. Trotzdem ist hier auch ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Achte darauf, dass nicht der Eindruck entsteht, dass Du ein Idealist bist, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Welt zu verbessern. In der Arbeitswelt muss manchmal mit härteren Bandagen gekämpft werden. Zudem weiß jeder Personaler, dass soziales Engagement mit Fehlzeiten einhergehen kann. Überlege Dir also im Vorfeld eine gute Erklärung, wie Du Job und Ehrenamt zeitlich unter einen Hut bringst.

 

Engagement in einem Sportverein

Sportverein als HobbyVor allem mit Mannschaftsportarten kannst Du punkten. Sie stehen für Teamgeist, Pflichtbewusststein und Loyalität. Schließlich kann eine Mannschaft nur dann gewinnen, wenn alle an einem Strang ziehen. Gleichzeitig brauchst Du Durchsetzungsvermögen, um Dich innerhalb der Gruppe zu behaupten. Alles Eigenschaften, die Dir im Job ebenfalls weiterhelfen können. Achte aber auch bei sportlichen Aktivitäten und Vereinsmitgliedschaften darauf, dass sie nicht zu viel Gewicht bekommen. Gerade wenn es um einen Job geht, bei dem Du zu unterschiedlichen Zeiten und am Wochenende arbeiten musst, wird Dein Verein zurückstecken müssen.

 

Was haben Hobbys und Soft Skills miteinander zu tun?

Wenn Du Hobbys im Lebenslauf angibst, geht es nicht nur darum, Dich als Person vorzustellen. Durch Deine Interessen vervollständigst Du zwar Dein Gesamtprofil. Der Personaler kann sich also ein genaueres Bild davon machen, wer Du bist. Aber Du solltest die Angabe Deiner Hobbys auch als Möglichkeit verstehen, Deine Soft Skills aufzuzeigen. Soft Skills sind wichtige Eigenschaften und Fähigkeiten. Sie heißen deshalb soft, also weich, weil sie nur bedingt objektiv messbar sind. Deine Ausbildung, Deine praktische Berufserfahrung und Deine fachlichen Qualifikationen werden Hard Skills genannt, denn sie sind durch Daten und Fakten belegbar. Die Soft Skills bilden so etwas wie das Pendant dazu. Gerade wenn Du keine oder nur wenig Berufserfahrung hast, Dein Lebenslauf Lücken aufweist oder etwas chaotisch wirkt, können die Soft Skills schwer aufzuzeigen sein. Deine Hobbys und Interessen geben Dir dann diese Möglichkeit. Aber auf welche Eigenschaften kommt es an? Personaler interessieren sich dafür, ob Du insbesondere folgende Soft Skills mitbringst:

  • Motivation und Engagement: Bringst Du Dich ein? Erkennst Du Aufgaben, die erledigt werden müssen? Oder wartest Du immer nur ab, bis Dir gesagt wird, was zu tun ist? Bleibst Du mit Begeisterung bei der Sache? Oder siehst Du die Arbeit als notwendiges Übel?
  • Organisationstalent: Machst Du Dir einen Plan, bevor Du anfängst? Arbeitest Du Deine Aufgaben systematisch ab? Bist Du in der Lage, Aufgaben zu delegieren? Gehst Du überlegt und besonnen vor, auch unter Zeitdruck?
  • Durchsetzungsvermögen: Kannst Du Deine Argumente überzeugend vortragen? Kannst Du Dich behaupten und stehst Du für Deine Ideen ein? Oder knickst Du sofort ein und machst einen Rückzieher? Bist Du aber auch fair und klug genug, um Dich von besseren Argumenten überzeugen zu lassen?
  • Kommunikationsstärke und Kontaktfreude: Gehst Du offen auf andere zu? Fällt es Dir leicht, Kontakte zu knüpfen? Hörst Du aufmerksam zu? Kannst Du Sachverhalte verständlich erklären?
  • Teamgeist: Kannst Du Dich in ein Team eingliedern? Macht es Dir Spaß, mit anderen zusammenzuarbeiten und gemeinsam Ziele zu erreichen? Oder bist Du ein Einzelkämpfer, der den ganzen Ruhm für sich alleine will?
  • Konflikt- und Kritikfähigkeit: Kannst Du mit Kritik umgehen? Gibst Du es zu, wenn Dir ein Fehler unterlaufen ist oder Du etwas nicht weißt? Bleibst Du in Konfliktsituationen fair und respektvoll?
  • Flexibilität: Kannst Du Dich auf neue Situationen einstellen? Bist Du bereit, Dich weiterzuentwickeln und Neues zu lernen? Oder rückst Du kein bisschen von Deinen Mustern und Methoden ab?
  • Service- und Kundenorientierung: Ist Dir klar, dass die Wünsche, Vorstellungen und Anforderungen des Kunden Vorrang vor Deinen Befindlichkeiten haben? Weißt Du, dass ein höfliches und zuvorkommenden Auftreten Pflicht sind, auch wenn Du vielleicht schlechte Laune hast oder im Stress bist?

Diese Eigenschaften brauchst Du in fast jedem Beruf. Je nach Job, Branche und Tätigkeitsbereich kommen dann noch weitere Merkmale dazu. So muss eine Krankenschwester beispielsweise Einfühlungsvermögen und Hilfsbereitschaft mitbringen, während ein Polizist körperlich fit sein muss. Überlege Dir also, welche Attribute in Deinem Beruf eine besondere Rolle spielen. Und wähle im nächsten Schritt Hobbys und Interessen aus, die genau diese Eigenschaften untermauern.

 

Wie werden Hobbys im Lebenslauf angegeben?

Wenn Du Dich entschieden hast, dass und welche Hobbys Du angeben willst, stellt sich als nächstes die Frage, wie die Hobbys im Lebenslauf überhaupt aufgeführt werden. Grundsätzlich solltest Du Deine Hobbys genauso beschreiben wie Deine schulischen oder beruflichen Stationen. Bei einer beruflichen Station gibst Du ja den Zeitraum und den Namen des Arbeitgebers an. Außerdem nennst Du Deine wichtigsten Aufgaben, Deine vorrangigen Tätigkeitsbereiche, Deine bedeutendsten Projekte oder Deine größten Erfolge in ein paar aussagekräftigen Stichworten. Nach dem gleichen Schema solltest Du auch Deine Hobbys auflisten. So sieht der Personaler nicht nur irgendeinen Begriff. Stattdessen lieferst Du ihm Infos, mit denen er etwas anfangen kann. Gib also an, was Du seit wann machst, in welcher Funktion und mit welchen Erfolgen. Bist Du beispielsweise aktives Mitglied im örtlichen Fußballverein, kann das im Lebenslauf so aussehen:

seit (Jahr) aktives Mitglied im (Name)-Verein

– Teilnahme an Turnieren und Meisterschaften, größter Erfolg: …
– seit (Jahr) (Funktion); zuständig für …
– seit (Jahr) (z.B. Co-Trainer der F-Jugend)

 

Die 7 wichtigsten Tipps zu Hobbys im Lebenslauf auf einen Blick

Hobbys sind keine Pflichtangabe in Deiner Bewerbung. Je mehr Berufserfahrung Du mitbringst und je umfangreicher Deine fachlichen Kompetenzen sind, desto unwichtiger werden Deine Hobbys. Andersherum kannst Du als Jobeinsteiger oder als Bewerber mit wenig geradlinigem Lebenslauf gerade durch Deine Hobbys aufzeigen, dass Du die notwendigen Eigenschaften mitbringst. Damit der Schuss nicht nach hinten losgeht, solltest Du aber folgende Tipps beherzigen:

1. Beschränke Dich auf zwei, drei Hobbys. Deine Hobbys sind nur eine Ergänzung, die Dein Profil abrundet. Sie bilden nicht den Hauptinhalt Deines Lebenslaufs.

2. Bedenke: Durch Deine Bewerbung willst Du Dich als der optimale Bewerber für die ausgeschriebene Stelle präsentieren. Es ist also Deine Aufgabe, Deine Pluspunkte herauszuarbeiten. Erwarte nicht, dass der Personaler dies für Dich übernimmt und überlegt, welche Kompetenzen und Stärken er aus Deinen Hobbys ableiten könnte.

3. Wähle Hobbys, die Berührungspunkte mit der angestrebten Stelle haben. Setzt der Job beispielsweise körperliche Fitness voraus, kann eine Sportart als Hobby hilfreich sein.

4. Erfinde keine Hobbys. Wenn Du Deine Freizeit am liebsten auf der Couch verbringst, dann ist das eben so. Du musst das dem Personaler zwar nicht unbedingt auf die Nase binden. Aber denke Dir auch keine Märchen aus, die Dich spätestens im Vorstellungsgespräch als Lügner entlarven.

5. Überlege Dir, was Du mit Deinen Hobbys aufzeigen willst. Und formuliere Deine Angaben entsprechend. Beschreibe Deine Hobbys mit zwei, drei aussagekräftigen Stichworten, die über Inhalte, Aufgaben oder Erfolge berichten. Fasse Dich dabei aber kurz! Es geht nicht darum, ausführlich über Dein Privatleben zu schreiben. Dein Ziel ist nur, dem Personaler weitere Kompetenzen zu vermitteln.

6. Versuche nicht, besonders einfallsreich zu sein. Klar sind Hobbys wie Joggen, Kochen, Lesen, Reisen oder Sport Standards. Du wirst damit wohl keine Begeisterungsstürme auslösen und kein großartiges Interesse wecken. Trotzdem solltest Du nicht in Versuchung kommen, besonders kreative oder außergewöhnliche Hobbys anzugeben. Der Plan kann aufgehen und Du stichst aus der Masse heraus. Der Personaler wird auf Dich aufmerksam und erkennt besondere, zusätzliche und nützliche Kompetenzen. Aber ein eher konservativer Personaler kann genauso gut vermuten, dass Du zu risikofreudig bist oder als Mensch wahrscheinlich nicht zum Unternehmen passt. Mit soliden Interessen bist Du einfach auf der sichereren Seite.

7. Lass Unwichtiges, Uninteressantes und Selbstverständliches weg. Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie Deine Hobbys wirken, lass die Angabe weg. Gleiches gilt für Interessen, die sowieso als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Nirgends steht geschrieben, dass Hobbys im Lebenslauf genannt werden müssen. Sie werden auch nicht das ausschlaggebende Kriterium sein. Und wenn Du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, wird der Personaler Deine Interessen sowieso ansprechen. Dann kannst Du immer noch erzählen, wie Du Deine Freizeit verbringst.

Und noch ein Extra-Tipp: Im Lebenslauf kannst Du die Rubrik Hobbys nennen. Besser klingt es aber, wenn Du als Überschrift Persönliche Interessen verwendest. Der Grund dafür ist folgender: Hobbys klingt ausschließlich nach Freizeit. Im Unterschied dazu begleiten Dich Interessen immer und überall, im Privaten also genauso wie im Beruf. Und durch Deine Hobbys willst Du ja gerade aufzeigen, dass Du weitere, für den Job nützliche Eigenschaften mitbringst.

 

Ein paar Beispiele

Ob und welche Hobbys Du hast, weißt nur Du selbst. Genauso musst Du entscheiden, ob und welche Interessen Du angeben willst. Wenn Du glaubst, dass Dir Deine Hobbys helfen können, Deine Eignung für den Beruf zu untermauern, kannst Du sie nennen. Gleiches gilt, wenn Du der Meinung bist, dass Deine Interessen den Gesamteindruck, den Deine Bewerbung von Dir als Bewerber und als Person vermittelt, positiv ergänzen und abrunden. Wenn Deine Hobbys aber wenig aussagekräftig sind oder keine Berührungspunkte mit der ausgeschriebenen Stelle haben, lass sie weg.  Bei Deiner Entscheidung und Auswahl kannst Du wie folgt vorgehen:

1. Überlege Dir, worauf es in dem Beruf ankommt. Welche Eigenschaften sind wichtig? Was zeichnet jemanden aus, der den Beruf erfolgreich ausübt?

2. Welche Hobbys und Interessen hast Du? Wie verbringst Du Deine Freizeit am liebsten? Wofür begeisterst Du Dich? Womit beschäftigst Du Dich?

3. Welche Deiner Hobbys erfordern Eigenschaften und Fähigkeiten, die Du auch im Beruf brauchst? Wie kannst Du also Deine Überlegungen zu Punkt 1 und Punkt 2 zusammenbringen?

Aus Deiner Liste kannst Du dann die zwei, drei Hobbys aussuchen, die aus Deiner Sicht die größte Bedeutung haben und am überzeugendsten sind. Damit Du Dir das Ganze besser vorstellen kannst, hier ein paar konkrete Beispiele:

  • Eine Erzieherin braucht Geduld und Einfühlungsvermögen, muss sich aber auch durchsetzen können. Außerdem muss sie Spaß daran haben, mit den Kindern zu spielen, zu basteln und zu musizieren. Im Lebenslauf können sich deshalb Hobbys wie Malen, Stricken oder Musik gut machen. Zum einen kannst Du diese Fähigkeit im Beruf gut nutzen. Und zum anderen brauchst Du durchaus Geduld, bis eine Bastelarbeit fertig ist oder Du ein Instrument einigermaßen beherrschst.
  • Als Bürokauffrau musst Du gut mit Sprache umgehen können und am Computer fit sein. Außerdem musst Du bereit sein, Dich weiterzubilden. Mit Hobbys wie Lesen oder Kultur kannst Du diese Kompetenzen stützen. Auch verschiedene Kurse an der Volkshochschule können belegen, dass Du gerne dazulernst. Ähnliches gilt übrigens auch für die Rechtsanwaltsfachangestellte und die Versicherungskauffrau.
  • Bei der Bundeswehr zählen Teamgeist und körperliche Fitness. Ein Ehrenamt im sozialen Bereich oder eine Mannschaftssportart als Hobby kommen sicher gut an. Gleiches gilt, wenn Du Dich bei der Polizei bewirbst.
  • Im Einzelhandel gehören Kunden- und Serviceorientierung zu den wichtigen Aspekten. Ein Hobby, bei dem Du mit Menschen zu tun hast, passt gut in den Lebenslauf. Bewirbst Du Dich in der Lebensmittelbranche, bietet sich aber auch Kochen an. Denn dadurch zeigst Du, dass Du mit Lebensmitteln umzugehen weißt.
  • Als Elektroniker oder Kfz-Mechatroniker sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Präzision gefragt. Hast Du eine Modelleisenbahnanlage, schraubst Du an Deinem Auto herum oder reparierst Du Computer? Solche Hobbys untermauern Deine fachlichen Kompetenzen.
  • Ein Ingenieur muss logisch denken und Inhalte rasch erfassen können. Er muss systematisch vorgehen und strukturiert arbeiten. Wodurch kannst Du auf solche Kenntnisse hinweisen? Beispielsweise durch ein Faible für Strategiespiele wie Schach oder Dame.
  • Von einer Führungskraft werden neben fachlichem Wissen auch ausgeprägte soziale Kompetenzen erwartet. Schließlich musst Du mit Menschen umgehen können und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, wenn Du führen willst. Soziales Engagement kann sich hier als hilfreich erweisen. Aber auch Reisen als Hobby machen sich gut, denn sie stärken Deine Offenheit und Dein Interesse an anderen Kulturen.