Update: So schreiben Sie Bewerbungen die Sie ins Vorstellungsgespräch bringen (Präsentation).

Die Bundeswehr, einer der größten Arbeitgeber in Deutschland, bietet die Möglichkeit, in sehr vielen verschiedenen Aufgabenbereichen tätig zu werden. Doch das Bewerbungsverfahren läuft anders ab als bei anderen Arbeitgebern. Was Du über die Bewerbung bei der Bundeswehr wissen musst, erklären wir Dir hier.

Welche Voraussetzungen muss ich für eine militärische Karriere mitbringen?

b936119219dc1e09de8d020d_640_bundeswehrDie genauen Zugangsvoraussetzungen für eine militärische Karriere bei der Bundeswehr hängen von der Laufbahn ab. Grundsätzlich müssen bei Dir aber folgende Anforderungen erfüllt sein:

Du musst  deutscher Staatsbürger (im Sinne von Artikel 116 Grundgesetz) sein.  Du brauchst für den Einstieg in die Mannschaftslaufbahn den Hauptschulabschluss. Für die Laufbahn als Feldwebel brauchst Du die mittlere Reife oder den Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Strebst Du die Offizierslaufbahn an, brauchst Du das Abitur. Je nach Einsatzbereich kann noch eine weitere Vorbildung notwendig sein. Möchtest Du beispielsweise in den Militärmusikdienst, musst Du ein Instrument spielen können.

  • Du darfst keine Vorstrafen und keine übermäßig hohen Schulden haben.
  • Du musst bereit sein, für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten.
  • Je nach Laufbahn musst Du ein gewisses Alter haben. Grundsätzlich ist ein Einstieg bei der Bundeswehr möglich, wenn Du mindestens 17 Jahre alt bist. In den meisten Bereichen musst Du allerdings volljährig sein. Das Höchstalter hängt ebenfalls von der Laufbahn ab, liegt im Allgemeinen aber bei 30 Jahren.
  • Außerdem musst Du sowohl charakterlich als auch körperlich für den Dienst geeignet sein. Dies wird aber durch entsprechende Testverfahren überprüft. Dazu später mehr.

 

Warum wills Du Soldat werden?

SoldatBevor Du Deine Bewerbung für die Bundeswehr schreibst, solltest Du Dich mit einer Frage beschäftigen, nämlich: Warum möchte ich Soldat werden?

Diese Frage ist aus zwei Gründen sehr wichtig. Zum einen musst Du für Dich selbst wissen, warum Du die Bundeswehr als Arbeitgeber möchtest. Durch Deine Berufswahl triffst Du schließlich eine weitreichende Entscheidung. Dies gilt zwar nicht nur für den Beruf als Soldat und die Bundeswehr, sondern letztlich für jeden Beruf. Im Unterschied zu einem herkömmlichen Arbeitgeber verpflichtest Du Dich aber für mehrere Jahre, wenn Du als Soldat zur Bundeswehr gehst.

Zum anderen wirst Du diese Frage im Rahmen der Bewerbung beantworten müssen. Im Bewerbungsformular gibt es bereits ein Feld, in dem Du Deine Gründe nennen musst. Spätestens beim Gespräch im Einstellungsverfahren wird diese Frage außerdem auf jeden Fall Thema sein. Letztlich musst und kannst Du die Frage nur für Dich selbst beantworten. Es macht keinen Sinn, wenn Du Gründe angibst, die Du irgendwo einfach abgeschrieben hast. Mögliche Gründe für Deine Entscheidung, Soldat zu werden, können beispielsweise sein:

  • Du willst Deinem Land dienen und so Deinem Heimatland etwas zurückgeben.
  • Dir gefällt das Prinzip der Gemeinschaft, der Kameradschaft und des Zusammenhalts.
  • Die Bundeswehr bietet Dir einen sicheren Arbeitsplatz und damit eine gute Zukunftsperspektive.
  • Die Bundeswehr steht für eine hervorragende Ausbildung. Außerdem hast Du bei der Bundeswehr sehr gute Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • Du lernst sehr früh wichtige Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen.
  • Der Beruf als Soldat ist ein vielseitiger, abwechslungsreicher Beruf mit vielen Facetten.
  • Du kannst für Dich und für andere Verantwortung übernehmen und Deine Führungsqualitäten unter Beweis stellen.
  • Du wirst als Soldat sowohl geistig als auch körperlich gefordert. Du machst also nicht nur einen Job, sondern trainierst auch Deine Fitness.

Aber wie gesagt, diese Gründe sind nur als Denkanstöße gemeint. Mach Dir selbst Gedanken darüber, warum Du Soldat werden willst.

  • 9873995b5a74f135_640_armee2Übrigens: Bei dem Gespräch im Einstellungsverfahren wirst Du noch mit einer anderen Frage konfrontiert werden: Stell Dir vor, Du bist in einem Auslandeinsatz. Dort kommst Du in eine Situation, in der Du Deine Waffe auf einen anderen Menschen richten musst. Vielleicht ist die Situation eindeutig und Du schießt, um Dich oder Deinen Kameraden zu schützen. Vielleicht ist die Situation aber auch nicht so eindeutig, nur hast Du keine Zeit, um sie lange zu analysieren. Kannst Du Deine Waffe auf diesen Menschen richten? Und abdrücken? Kommst Du mit dem Bild klar, das Du dann siehst? Das mag jetzt nach Horrorszenario klingen und vielleicht wirst Du nie eine solche Situation kommen. Als Soldat gehören Einsätze in Krisengebieten aber eben zu Deinem Beruf. Überlege Dir also, wie Du im Vorstellungsgespräch auf eine solche Frage antwortest und wie Deine Antwort erklärst.

 

Wie Du Dich richtig bei der Bundeswehr bewirbst

Wenn Du Dich bei der Bundeswehr bewerben willst, hast Du zwei Möglichkeiten. Zum einen kannst Du Dich direkt an einen Karriereberater wenden. Er ist Dein Ansprechpartner. Zusammen mit ihm besprichst Du, welche Möglichkeiten bei der Bundeswehr für Dich in Frage kommen. Außerdem händigt er Dir die Bewerbungsformulare aus. Zum anderen kannst Du Dir die Bewerbungsformulare aus dem Internet herunterladen. Du findest sie auf den Internetseiten der Bundeswehr, konkret unter dieser Seite.

Word Datei: Checkliste der Bewerbungsunterlagen Word Datei: Das solltest Du unbedingt lesen!

 

Zur vollständigen Bewerbung gehören:

  • der ausgefüllte Bewerbungsbogen,
  • der ausgefüllte Zusatzfragebogen,
  • ein tabellarischer Lebenslauf,
  • eine Kopie von Deiner Geburtsurkunde oder ein Auszug aus dem Familienstammbuch
  • Dein Abschlusszeugnis als Nachweis für Deinen Schulabschluss oder, wenn Du noch Schüler bist, das letzte Schulzeugnis

Hast Du bereits eine Berufsausbildung absolviert, ein Studium angefangen oder irgendwo gearbeitet, gehören Ausbildungs- und Studiennachweise sowie Arbeitszeugnisse ebenfalls in die Bewerbungsmappe. Außerdem musst Du Kopien von laufenden Krediten und Ratenkäufen hinzufügen. Ein Bewerbungsfoto kannst Du beilegen, wenn Du willst. Pflicht ist ein Foto aber nicht.

  • Achtung: Verwende für Deine Bewerbung bei der Bundeswehr wirklich die entsprechenden Vordrucke. Es mag zwar gut gemeint sein, wenn Du eine eigene Bewerbung erstellst. Sie wird Dir aber letztlich nichts bringen. Die Bundeswehr hat ihre Formulare erstellt, weil sie auf diese Weise alle relevanten Daten in einheitlicher Form abfragen kann. Durch die Auswertung der Formulare kann der Personaler direkt ermitteln, ob und für welche Laufbahn ein Bewerber in Frage kommt. Die Mühe mit einem Anschreiben kannst Du Dir also getrost sparen!

Deine Bewerbungsunterlagen gibst Du bei Deinem zuständigen Karriereberater ab. Ihn kannst Du über die Internetseite der Bundeswehr ermitteln. Dort gibt es ein entsprechendes Suchformular. Du kannst aber auch die Karrierehotline der Bundeswehr anrufen.

Ihre Nummer lautet 0800 / 9800880 und ist kostenfrei.

 

Der Anruf beim Karriereberater der Bundeswehr

thinking workerIm Unterschied zur Wirtschaft und Industrie hat die Bewerbung als solches bei der Bundeswehr keine so maßgebliche Bedeutung. Du musst also keine Bewerbungsmappe im klassischen Sinne zusammenstellen und den Personalverantwortlichen durch ein gekonntes Anschreiben überzeugen. Auch der Karriereberater, der sich um Dich und Deine Bewerbung kümmert, ist in erster Linie dazu da, um Dich zu informieren und zu unterstützen. Er selbst entscheidet nicht darüber, ob Du eingestellt wirst oder ob nicht. Diese Entscheidung fällt erst, wenn Du das Testverfahren gemeistert hast. Eigentlich ist das auch ganz logisch.

Schließlich steht beim Job als Soldat nicht nur die Theorie im Mittelpunkt, sondern Du musst auch körperlichen Einsatz bringen. Chice Bewerbungsunterlagen und gute Zeugnisse sagen aber nicht allzu viel über Deine Fitness, Deine Belastbarkeit, Deine Leistungsbereitschaft und Deinen Teamgeist aus. Das heißt jedoch nicht, dass Du die schriftliche Bewerbung und das Gespräch mit dem Karriereberater auf die leichte Schulter nehmen solltest. Fülle die Bewerbungsunterlagen also sorgfältig und ordentlich aus. Achte außerdem darauf, dass Du wirklich alle Unterlagen beilegst, die gefordert sind. Auch wenn Du keine typische Bewerbungsmappe einreichen musst, so macht es doch keinen guten Eindruck, wenn Deine Bewerbungsunterlagen schlampig aussehen.

Das Gespräch mit dem Karriereberater kannst Du als Probelauf für das spätere Vorstellungsgespräch werten. Wenn Du ihn anrufst, solltest Du Dich auf das Telefonat vorbereitet haben. Du rufst ihn ja nicht an, weil Du ein bisschen mit ihm plaudern willst. Stattdessen hast Du ein konkretes Anliegen. Überlege Dir also vorher, was Du von ihm wissen willst. Am besten machst Du Dir Notizen. So ist sichergestellt, dass Du nichts vergisst. Das Telefonat selbst kann dann wie folgt ablaufen:

  • Wenn Du die Hotline der Bundeswehr anrufst, musst Du zuerst Deine Postleitzahl eintippen. Dann wirst Du direkt zu dem zuständigen Karriereberater weitergeleitet.
  • Hast Du Deinen zuständigen Karriereberater am Apparat, begrüße ihn und stelle Dich mit Deinem Namen vor. Dann solltest Du in zwei, drei Sätzen erklären, was Du aktuell machst und welche Laufbahn Dir vorschwebt.

Meistens wird der Karriereberater jetzt schon einhaken und Dir die eine oder andere Zwischenfrage stellen. Danach bist Du wieder an der Reihe. Du kannst nun also Deine Fragen stellen, z.B.

  • bis wann Du Deine Bewerbungsunterlagen abgegeben haben musst,
  • an welche Adresse Du Deine Bewerbung schicken sollst,
    ob Du auch Kopien von bestimmten Unterlagen einreichen musst.
  • Du kannst dem Karriereberater aber auch Fragen zu den Bewerbungsformularen stellen, wenn Du nicht weiß, was mit bestimmten Feldern gemeint ist. Außerdem kannst Du mit ihm einen Termin für ein persönliches Gespräch ausmachen.
  • Sind Deine Fragen geklärt, bedankst Du Dich für das Gespräch und verabschiedest Dich.
  • Wenn Du keine Fragen hast, musst Du den Karriereberater aber selbstverständlich nicht anrufen. Stattdessen kannst Du dann Deine Bewerbungsunterlagen direkt an die für Dich zuständige Stelle schicken.

Wie es nach meiner Bewerbung weiter?

784f4295035dcafe470c0304_640_fragezeichenNachdem Deine Bewerbungsunterlagen eingegangen sind, werden sie zunächst einmal überprüft. Bei dieser Überprüfung geht es aber in erster Linie darum, ob Du die grundlegenden Einstellungsvoraussetzungen erfüllst. Kommst Du für eine Laufbahn als Soldat in Frage, wirst Du zu dem sogenannten Eignungsfeststellungsverfahren eingeladen. Dies ist ein standardisierter Einstellungstest, bei dem Deine physische und psychische Eignung für den Dienst bei der Bundeswehr überprüft wird. Das Testverfahren findet in einem Karrierecenter statt. Auf Deiner Einladung steht, in welchem Karrierecenter Du den Einstellungstest absolvierst. Außerdem erhältst Du zusammen mit der Einladung einen Gutschein für ein Zugticket. Die Anreise zu Deinem Test ist somit für Dich kostenlos. Gleiches gilt natürlich für die Teilnahme, die Unterkunft und die Verpflegung. Bist Du im Karrierecenter angekommen, wird Dir Deine Unterkunft zugeteilt. Anschließend findet ein Begrüßungsvortrag statt, an dem alle Bewerber teilnehmen. Danach geht es dann mit dem Einstellungstest los. Das Testverfahren selbst gliedert sich in vier Teile:

1.) Medizinische Untersuchung. Der ärztliche Dienst untersucht Dich, um festzustellen, ob Du körperlich geeignet bist und wie es generell um Deine Gesundheit steht. Nach der Untersuchung gibt der ärztliche Dienst seine Stellungnahme dazu ab, ob Du in der Lage bist, die notwendige körperliche Leistung zu erbringen.

2.) Eignungstest am PC. Bei diesem Test musst Du am Computer verschiedene Aufgaben lösen. Die Aufgaben stammen aus den Bereichen Sprache, Mathe, logisches Denken, technisches Verständnis und Konzentrationsfähigkeit.

3.) Sporttest. Der Sporttest besteht aus mehreren Stationen. Je nach angestrebter Laufbahn ist er unterschiedlich aufgebaut. Generell musst Du beim Sporttest Deine Geschwindigkeit, Deine Ausdauer, Deine Kraft und Deine Koordination unter Beweis stellen. Schaffst Du nur den Sporttest nicht, während Du alle anderen Testteile bestanden hast, kannst Du ihn innerhalb von sechs Monaten noch einmal wiederholen.

4.) Vorstellungsgespräch. Das Vorstellungsgespräch führst Du mit einem Offizier und einem Psychologen. Zwei Fragen, auf die Du Dich vorbereiten solltest, haben wir Dir oben genannt. Ansonsten läuft das Bewerbergespräch ähnlich wie ein ganz normales Vorstellungsgespräch. Informiere Dich also über die Bundeswehr als Arbeitgeber und über den Job als Soldat. Bereite Dich außerdem auf Fragen über Dich, Deine Stärken, Deine Fähigkeiten und auch Deine Schwächen vor.

Möchtest Du in die Feldwebel- oder Offizierslaufbahn einsteigen, steht außerdem noch eine Gruppendiskussion auf dem Programm. Hierbei musst Du zusammen mit drei oder vier anderen Bewerbern gemeinsam eine Lösung für eine bestimmte Aufgabe erarbeiten. Als künftiger Offizier musst Du eigenständig einen Kurzvortrag ausarbeiten und vor der Gruppe vortragen. Beim Testverfahren für Offiziere steht dann noch die Studienberatung auf dem Programm. Hierbei soll festgestellt werden, ob Du die Anforderungen für ein Studium erfüllst. Da Dir fachbezogene Fragen gestellt werden, solltest Du Dich in der Vorbereitung auf den Test mit den Voraussetzungen, den Inhalten und dem Aufbau von Deinem Wunschstudiengang beschäftigen. Planst Du eine Tätigkeit im fliegertechnischen Bereich, eine allgemeine Ausbildung oder einen Einsatz in einem speziellen Aufgabengebiet, stehen nach dem eigentlichen Testverfahren noch eine weitere theoretische Prüfung und teilweise auch praktische Testaufgaben an.

 

Die Fristen bei der Bundeswehr

c581634ae5e67c2c2e226145_640_fristWenn Du in die Laufbahn der Mannschaften, der Unteroffiziere oder der Feldwebel einsteigen willst, musst Du keine besonderen Bewerbungsfristen beachten. Hier kannst Du Dich also das ganze Jahr über bewerben. Interessierst Du Dich hingegen für die Offizierslaufbahn, muss Deine Bewerbung spätestens am 01. März vorliegen. Die Ausbildung selbst beginnt dann in aller Regel am 01. Juli. Genaue Infos zu den Bewerbungsfristen und Einstellungsterminen erhältst Du aber von dem Karriereberater, der für Dich zuständig ist.

Bestehst Du auch den Einstellungstest für diesen Beruf?

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