Update: So schreiben Sie Bewerbungen die Sie ins Vorstellungsgespräch bringen (Präsentation).

„Als Aushilfe  verdiene ich bestimmt sehr wenig.“ Ist diese Annahme richtig? Du wirst bestimmt der Aussage zustimmen, dass der Begriff Aushilfe zuerst näher bestimmt werden muss. Erst dann lässt sich klären, ob überhaupt eine Gehaltsbestimmung unternommen werden kann. Dies ist sehr bedeutend, da auch in Stellenanzeigen für Aushilfsjobs von Bewerbern eine Angabe der Gehaltsvorstellungen abverlangt wird. Erst wenn eine Begriffsbestimmung erfolgt ist, wird auch eine Einordnung bezüglich der Bezahlung sinnvoll sein können. Wie dies schlussendlich im Bewerbungsschreiben zu formulieren ist, wird hier zum Thema gemacht.

Aushilfen, Geringverdiener, Hilfskräfte und Ersatzkräfte

Die Geschichte dieser Leute ist so lang wie die Zivilisation. Ursprünglich wurden als Hilfskräfte Leute bezeichnet, die in der Landwirtschaft untergeordnet Tätigkeiten ausübten. Sie wurden hierarchisch noch unter den Mägden und Knechten eingestuft. Mit Einsetzen der Industrialisierung kam der Begriff der Hilfsarbeiter auf. Es waren ungelernte Kräfte, die sehr einfache und körperlich schwere Arbeiten erledigten.

Zugleich etablierte sich der Begriff „Hilfsarbeiter“ im Königreich Preußen und später im Deutschen Reich für Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, welche zur Probe eingestellt wurden und zunächst untergeordnete Arbeiten erledigten, um sich langsam nach oben zu arbeiten.

Auch in den Universitäten wurden Hilfskräfte eingestellt, die als wissenschaftliche Hilfskräfte tituliert wurden und noch werden. Hierbei handelt es sich um Studenten höherer Semester oder Anwärter, welche sich nebenher auf eine Doktorprüfung vorbereiten.

Alle diese Begriffe sind auch heute noch aktiv und werden benutzt. Zusammengefasst können folgende Merkmale als typisch genannt werden:

Aushilfen sind

  • ungelernt oder haben eine Ausbildung nicht beendet.
  • streben noch nach einer der Ausbildung entsprechenden Position.
  • müssen sich im Fachgebiet erst noch beweisen.
  • übernehmen Arbeiten mit geringer Verantwortungsfülle.
  • unterstützen das Team oder eine Führungskraft.
  • verdienen oft weniger als anerkannte Fachkräfte.
  • können sich durch Weiterbildung und Fleiß hocharbeiten.
  • sind leichter durch Automatisierung zu ersetzen.

Aushilfen sind aber auch Ersatzkräfte,

wenn aus dem Team Personen zeitlich begrenzt ausfallen. Dies kann unterschiedliche Gründe haben.

  • Aushilfen ersetzen Personen, die in Elternzeit sind,
  • Mutterschaftsurlaub wahrnehmen,
  • in Urlaub sind,
  • durch Krankheit oder Unfall längere Zeit ausfallen,
  • springen ein, wenn eine Festanstellung von Fachkräften ein finanzielles Risiko bedeutet,
  • wenn nur Saisonkräfte benötigt werden,
  • Vollzeitstellen aufgeteilt werden und in Minijobs oder Teilzeitjobs münden.

Einfluss der Politik auf Aushilfsjobs

Im Zuge der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes wurden verschieden Maßnahmen getroffen, die schließlich zur Ausweitung der Aushilfsjobs geführt haben. Ein wichtiger Punkt bildet das Gesetz über Befristung von Arbeitsverträgen und Teilzeitarbeit.

Unternehmen und der öffentliche Dienst beschäftigen heute branchenübergreifend nahezu die Hälfte aller neu eingestellten Mitarbeiter über diesen Weg. Zudem wurde der Bereich der geringfügigen Beschäftigungen ausgeweitet, was in den Begriffen Minijob und Midijob gemündet ist.

Durch diese und weitere Veränderungen haben besonders Personalfirmen profitiert. Sie rekrutieren einen sehr großen Teil der Aushilfskräfte und vermitteln diese weiter. Dabei kommt der Tarif dieser Branche zu tragen, der nur marginal übe dem Mindestlohn angesiedelt ist.

Schließlich werden unter dem Mantel Befristung, Aushilfe und Teilzeit mehr Menschen eingestellt als zuvor. Wenn sie direkt von Unternehmen eingestellt werden, wird die Bezahlung allerdings besser ausfallen können. Auch sind Aufstiegschancen teilweise vorhanden. In diesen Fällen besteht dann bereits während der Bewerbung ein Verhandlungsspielraum, um ein individuelles Gehalt zu verhandeln.

Gehaltswunsch für Aushilfen

Was sagt Dir nun der Satz: „Geben Sie ihren Gehaltswunsch an.“?

Aus den oben genannten Unterschieden geht eindeutig hervor, dass es sich dann um keinen Minijob handelt. Auch von einer Nichtbeschäftigung nach Ablauf einer Befristung wird hier kaum die Rede sein können. Wenn ein Unternehmen Deine Gehaltsvorstellungen kennenlernen möchte, ist es an einer dauerhaften Beschäftigung interessiert.

Die Frage nach dem Gehaltswunsch

  • wird eine Gehaltsverhandlung einleiten.
  • belegt, dass interessante Bewerber gesucht werden, die sich realistisch einschätzen können.
  • will vermeiden, dass Bewerber mit unrealistischen Vorstellungen im Bewerbungsbrief bis zum Vorstellungsgespräch vordringen können.
  • wird Bewerbern gestellt, die potentiell für verantwortliche Positionen geeignet sind.

Was bedeutet der Gehaltswunsch für Deine Bewerbung?

  • Recherchiere gründlich, welche Gehälter in der Branche, der Stadt und dem Bundesland üblich sind.
  • Beschreibe Deine Fähigkeiten und Eigenschaften gründlich im Bewerbungsbrief, um das Interesse zu wecken, wodurch die Neigung zu einem höheren Gehalt geweckt werden kann.
  • Bringe Deine Erfahrungen ins Spiel und erkläre, zu welchen Berufsbildern Deine Kompetenzen passen, um Deine Vielseitigkeit und Reichhaltigkeit darzulegen.
  • Vergleiche alternative Gehälter. Als Kaufmann oder Kauffrau solltest Du wissen, wie im Einzelhandel, als Bürokaufmann/frau, in einer Bank und als Industriekaufmann/frau bezahlt wird.
  • Solange Du zur Aushilfe beschäftigt werden sollst, muss der Gehaltswunsch niedriger ausfallen.
  • Deute an, dass nach einer Übernahme in Vollzeit und als Fachkraft Deine Vorstellungen neu zu verhandeln sein werden.

Nur wenn Dir eine realistische Einschätzung gelingt, wird die Bewerbung weiterverfolgt. Wenn Du zusätzlich das Interesse an Deinen Fähigkeiten wecken kannst, werden Deine Aussichten verbessert. Als Aushilfe wird das Gehalt zunächst geringer bemessen sein, doch wird Dir meist eine Veränderung nach einer gewissen Zeit angedeutet werden. Wer Deine Gehaltsvorstellungen wissen will, wird mehr mit Dir vorhaben.

Bewerbung als Aushilfe Vorlage auf mit Gehaltswunsch

Sehr geehrter Herr XXX,

heute möchte ich mich auf Ihre Stellenanzeige im Jobportal XXX als Aushilfe im Lager bewerben. Verschiedene Lagertätigkeiten habe ich während der vergangenen zwei Jahre in einer befristeten Stelle erworben.

Da ich im erlernten Beruf als Lackieren wegen allergischer Reaktionen auf chemische Gase nicht mehr arbeiten kann, habe ich mich umorientiert. Als Lagerhelfer habe ich nicht nur ein neues Aufgabenfeld entdeckt, sondern mir wurde auch wieder Freude an der Arbeit zuteil. Schnell wurde in ein freundliches Team aufgenommen und konnte mich durch Engagement und Lernwillen durchsetzen.

Einen Staplerschein habe ich erworben und wurde auch bald in die Software der Firma eingearbeitet. Routine erlangte ich des Weiteren im Umgang mit den diversen Verpackungen und Warengruppen. Dass diese Stelle nach der Befristung automatisch auslief, habe ich sehr bedauert, aber mitgenommen, dass das Lager mich  nun eine neue Zukunft wird.

Mein Verdienst belief sich auf etwa 1700 € brutto im Monat. Diesen Betrag möchte ich auch bei Ihnen erzielen. Allerdings gebe ich zu erkennen, dass mir sehr an einer Festanstellung gelegen ist. Daher bin ich finanziell anfangs zu Zugeständnissen bereit. Währenddessen werde ich sehr bemüht sein, Sie von meinen Fähigkeiten zu überzeugen.

Zuverlässig dürfen Sie auf meine sorgfältige Arbeitsweise, meine sprichwörtliche Umsicht in punkto Sicherheitsgefühl und ein großes Engagement rechnen. Auch ist mir eine schnelle Auffassungsgabe zu eigen, sowie mir sehr an Weiterbildung liegt.

Gerne arbeite ich einige Tage zur Probe, um Sie endgültig zu überzeugen. Über eine Einladung zur Vorstellung und einem Probearbeitstag freue ich mich schon heute.

 

Mit freundlichen Grüßen

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